Gesundheit

Vor der OP: Musik statt Beruhigungsmittel

Bisher wurden PatientInnen vor Operationen Beruhigungsmittel verabreicht - Wissenschafter forschen nun an nebenwirkungsfreien Alternativen/ Bild: Fotolia
Vor der OP: Musik statt Beruhigungsmittel
Paulin Klärner, BA

Vor kleinen sowie großen Operationen werden PatientInnen in der Regel Beruhigungsmittel verabreicht, damit sie nicht zu angespannt in die Narkose gehen. Jene Medikamente haben aber eine Reihe an Nebenwirkungen und folglich sprechen viele Menschen gar nicht gut auf sie an. Auch deshalb forschen Wissenschaftler zurzeit fleißig an Alternativen zu den beruhigenden Sedativa.

Musik statt Pillen

music

Die Studie „Music versus midazolam during preoperative nerve block placements: a prospective randomized controlled study“ eines Forscherteams der University of Pennsylvania hat an 157 PatientInnen untersucht, wie sich musikalische Beruhigung vor kleinen chirurgischen Eingriffen (lokale bzw. regionale Anästhesie) auswirkt. Die TeilnehmerInnen wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe bekam vor der Anästhesie zwei Milligramm des Beruhigungsmittels „Midazolam“, die zweite Gruppe bekam eine musikalische „Injektion“. Ausgewählt wurde hierfür der angeblich „beruhigendste Song der Welt“, nämlich „Weightless“ von Maconi Union. Dieses 8-minütige Lied wirkt sich vorhergegangenen Untersuchungen zufolge so beruhigend aus, dass sich der Puls verlangsamt und der Blutdruck sinkt. Durch verschiedene Testverfahren und Blutdruckmessung wurde die Nervosität der PatientInnen vor und nach den Beruhigungsmaßnahmen analysiert.

Die Ergebnisse:

In beiden Gruppen beruhigten sich die PatientInnen gleichermaßen. Die musikalische Entspannung-Maßnahme hatte aber im Gegensatz zu den Medikamenten keinerlei Nebenwirkungen. „Musik aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn! Das bedeutet, dass die PatientInnen in ihre eigene Welt eintauchen können und die volle Kontrolle über alle Vorgänge haben.“, erklärt Veena Graff, Expertin für Anästhesie an der Universität in Pennsylvania und meint weiters: „Wir haben ein Projekt gestartet, unser chirurgisches Zentrum für ambulante Eingriffe mit Kopfhörern auszustatten. Unser Ziel ist, den Patienten Musik als Alternative zu Medikamenten anzubieten, um sich vor einem Eingriff beruhigen zu können.“