Ernährung

Vorsicht beim Pilze sammeln

September und Oktober gelten als Hauptsaison für Pilze ! /Bild: Unsplash
Vorsicht beim Pilze sammeln
Trixi Kouba

September und Oktober gelten als Hauptsaison für Pilze. Viele Feinschmecker zieht es in den Wald, um Schwammerl zu suchen und in der Küche feine Pilzgerichte zu zaubern. Doch auch routinierte Schwammerl-Jäger müssen Acht geben! Nicht jede Pilzart ist bekömmlich. Das Rote Kreuz warnt: Von rund 3.000 Pilzarten in Mitteleuropa sind 150 giftig.

Fatale Verwechslung

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Giftige Pilze werden in zwei Hauptgruppen unterscheiden, informiert Chefarzt Dr. Wolfgang Schreiber vom Österreichischen Roten Kreuz.  „Bei der ersten Gruppe treten die Vergiftungssyndrome nach einer langen Latenzzeit, die zwischen vier Stunden und mehreren Tagen betragen kann, auf. Die zweite Gruppe ist weniger gefährlich. Hier treten die Vergiftungssyndrome schon nach 15 Minuten bis vier Stunden auf. Meist kommt es dann zu sehr unangenehmen Beschwerden, die mehrere Tage anhalten.“ Grund für Vergiftungen sind meist fatale Verwechslungen. Ein Champignon kann schnell mit einem Knollenblätterpilz verwechselt werden. „Je nach Menge des aufgenommenen Gifts stellt sich nach acht bis 24 Stunden heftiger Brech-Durchfall ein“, so Schreiber. Nach ein bis zwei Tagen lassen die Durchfälle nach. Dafür kommt es zum Auftreten schwerer Organschäden, insbesondere der Leber.

Verdacht auf Vergiftung ?

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Wer ein Anfänger im Pilzesammeln ist und Arten nicht genau voneinander unterscheiden kann, sollte sich an Experten in Pilzberatungsstellen werden. Sollte man den Verdacht auf eine Vergiftung haben, muss so schnell wie möglich ein Arzt oder Krankenhaus aufgesucht werden, rät Schreiber. Pilzreste oder Erbrochenes sollten dabei mitgenommen werden, um richtige Untersuchungen durchzuführen. Vorsicht: Hausmittel bei einer Pilzvergiftung gibt es nicht! Weder Milch noch Salzwasser kann eine Vergiftung stoppen. Auch Kohletabletten zur Linderung von Durchfällen können den körperlichen Zustand nur verschlechtern, warnt die Deutsche Gesellschaft für Mykologie.

Falsche Zubereitung

Nicht nur Verwechslungen von Pilzarten, sondern auch die Zubereitung können zu Vergiftungen führen. Rohe Speisepilze sind im Allgemeinen giftig. Nur Zuchtchampignons, Steinpilze und wenige andere Arten können roh verspeist werden. Alte, madige Pilze sollten im Wald bleiben und nicht auf dem Teller landen. Zum Schwammerl sammeln eignet sich ein luftiger Korb als Transport-Gefäß.

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