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Warum Paare (öfters) getrennt schlafen sollten

Laut Wissenschaft kann getrenntes Schlafen positive Auswirkungen auf die Beziehung haben./ Bild: Fotolia
Warum Paare (öfters) getrennt schlafen sollten
Paulin Klärner

Wenn sich ein Paar entscheidet, nicht mehr gemeinsam zu schlafen, vermutet man automatisch das Schlimmste. „Die haben bestimmt keinen Sex mehr!“, „Das ist der Anfang vom Ende!“, „Sowas kann doch nicht gut gehen!“… von wegen! Laut Wissenschaft schläft man nämlich getrennt nicht nur um besser, als gemeinsam, auch Liebe und Lust können neu beflügelt werden, wenn man sich zumindest hier und da nächtliche Auszeiten gönnt.

Allein schläft es sich besser

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Studien, wie jene der University of Illinois College of Medicine, im Rahmen derer Gehirnaktivitäten und nächtliche Bewegungen untersucht wurden, haben gezeigt, dass Menschen, die sich ein Bett teilen, schlechter schlafen als Alleinschläfer. Sie haben unregelmäßigere REM-Phasen, bewegen sich mehr und sind morgens schlechter erholt. Die 2007 veröffentlichte Studie „Geschlechtsunterschiede der inneren Uhr auf Umgebungsreize“ des Verhaltensbiologen John Dittami der Universität Wien besagt außerdem, dass vor allem Frauen alleine um einiges besser schlafen, als mit einem Partner. Wir haben uns die möglichen Vorteile getrennter Schafplätze genauer angesehen.

1. Abstand hält die Leidenschaft am Leben

Wer kennt dieses Gefühl nicht: Man ist noch nicht lange zusammen, sieht sich nicht jeden Abend, und wenn, dann ist es immer wahnsinnig aufregend und besonders. Wenn man diesen Rhythmus in einer Partnerschaft bis zu einem gewissen Grad beibehält, kann  die Lust und der Funke damit länger am Leben erhalten werden.

2. Abwechslung macht langfristig glücklich

Ein abwechslungsreiches Leben tut der Seele gut. Wie im Job und in der Freizeitgestaltung so auch in der Liebe – neue Eindrücke, Veränderungen und die Möglichkeit, sich den Alltag nach Lust und Laune frei zu gestalten kann sehr befreiend sein.

3. Allein sein tut der Seele gut

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Wer die Möglichkeit hat, sich hin und wieder Abende alleine zu gönnen, sollte das auch tun! Zeit alleine hilft, sich auf das Wesentliche zu besinnen, neue Pläne zu schmieden und sich bewusst mit sich selbst und seinen Wünschen und Vorstellungen vom Leben auseinanderzusetzen.

4. Vorfreude ist die schönste Freude

Was gibt es schöneres, als sich nach einer kleinen Kontakt-Pause wieder auf einen gemeinsamen Abend mit der besseren Hälfte freuen zu können? Selbst in Langzeitbeziehungen kann man sich mithilfe von etwas Abstand wieder wie frisch verliebt fühlen.

Es kann sich lohnen, an alten Konzepten zu rütteln…

mind blown

Das gemeinsame Schlafen in einer Partnerschaft ist in unserer Gesellschaft selbstverständlich. Dabei ist der menschliche Schlaf eine höchst fragile und sehr individuelle Angelegenheit – wieso also nicht mal etwas Neues ausprobieren? Es gibt unzählige Menschen, deren Schlafqualität durch die nächtlichen Gewohnheiten ihrer Partner massiv leidet – ob es sich um unterschiedliche Zubettgeh-Zeiten, Schnarchen, Platzmangel oder nerviges Herumwälzen handelt. Trotzdem kommen nur die wenigsten Paare auf die Idee, etwas an den alteingesessenen gesellschaftlichen „Regeln“ zu ändern. Natürlich muss erwähnt werden, dass sich nicht jeder zwei Schlafzimmer leisten kann, dass Kinder das getrennte Schlafen oft unmöglich machen, oder man schlichtweg Angst hat, seine Beziehung dadurch zu gefährden. Allerdings gibt es mit ein wenig Kreativität immer (!) Möglichkeiten, eine individuell passende Lösung zu finden.

Wenn man als Paar beispielsweise noch getrennt wohnt, könnte man sich vornehmen, einige Tage in der Woche fix alleine zu schlafen und zu beobachten, wie sich dieser Rhythmus auf das Miteinander auswirkt. Wenn man beschließt zusammenzuziehen kann man sich überlegen, statt Schlafzimmer und Wohnzimmer oder Gästezimmer in einer WG-ähnlichen Konstellation zu leben. Selbst eine Auszieh-Couch kann schon wahre Wunder bewirken. Fazit: Wo ein Wille, da auch ein Weg.