Ernährung

Warum treten Nahrungsmittelunverträglichkeiten immer häufiger auf?

Mithilfe einer Blutprobe beim Arzt kann eine Histamin-, Glukose- oder Laktoseintoleranz festgestellt werden./Bild:Fotolia
Warum treten Nahrungsmittelunverträglichkeiten immer häufiger auf?
Julia Haberl

Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Immer mehr Menschen erhalten die Diagnose, dass sie auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagieren oder diese sogar völlig meiden sollen. Man unterscheidet zwischen Nahrungsmittelallergie und einer Nahrungsmittelintoleranz. Aber wie kommt es eigentlich zu solch einer Unverträglichkeit? Bestimmte Nahrungsbestandteile werden nicht ausreichend vom eigenen Körper verstoffwechselt. Meist fehlen wichtige Enzyme oder Transporter, die für den Stoffwechsel von großer Bedeutung sind. Die am häufigsten auftretenden Unverträglichkeiten sind Fructoseintoleranz, Laktoseintoleranz und die Histaminintoleranz. Körperliche Beschwerden sind meist die bittere Folge. Probleme bei der Verdauung, Juckreiz bis hin zur Atemnot sind typische Symptome für eine solche „allergische“ Reaktion.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Zahlen

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Die Prävalenz für solche Unverträglichkeiten ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Etwa 20% der Bevölkerung leiden an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Die meisten Intoleranzen treten im Kindesalter auf und bilden sich mit dem Laufe der Jahre wieder zurück. Häufiger treten diese Unverträglichkeiten bei Kindern auf, die an Neurodermitis erkrankt sind. Durch die Gesamtheit der Informationen über Nahrungsmittel glauben viele Menschen an einer Intoleranz zu leiden ohne dass dies überhaupt medizinisch belegt werden kann. Beinahe 40% aller Menschen sind der Meinung, dass sie bestimmte Nahrungsmittel nicht essen können und dürfen. Als Beweis: Nur 1 von 10 Personen, die glauben, dass sie an einer Unverträglichkeit leiden sind tatsächlich daran erkrankt.

Ursache

Bei der Stoffwechselerkrankung sind die Ursachen noch nicht ausreichend begründbar. Die Reaktion des Körpers weist jedoch darauf hin, dass die Vererbung und verschiedene Umweltfaktoren womöglich eine gewisse Auswirkung auf das Krankheitsbild haben. Das Fehlen eines Enzyms kann ein Auslöser für eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sein. Generell kann der Körper auf jedes Lebensmittel „allergisch“ reagieren. Am häufigsten sind die Produkte: Fisch, Milch, Nüsse, Weizen, Obst und Beeren. Es ist selten, dass Menschen mehrere Produkte nicht verstoffwechseln können. Es gibt aber auch sogenannte Kreuzallergien. Hierbei weist ein Mensch eine Allergie auf bestimmte Partikel (Gräser, Hausstaub, Katzenhaare) auf. Diese Partikel weisen teilweise dieselben Eigenschaften wie bestimmte Lebensmittel auf. So können erkrankte Personen auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagieren. Beim Essen eines Apfels treten dann zum Beispiel die typischen Heuschnupfen-Symptome auf. Wenn bei einer Lebensmittelunverträglichkeit starke Symptome auftreten sollten diese entsprechend medizinisch abgeklärt werden. Bei leichten Beschwerden muss aber nicht sofort ein Arzt aufgesucht werden, da es sich nicht unbedingt um eine Intoleranz handeln muss.