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Was es bedeutet mit Endometriose zu leben

Betroffene berichten von starken Unterleibsschmerzen!/Bild:Fotolia
Was es bedeutet mit Endometriose zu leben
Melanie Payerl

176 Millionen Frauen weltweit leiden an Endometriose und viele Frauen wissen gar nicht, das sie darunter leiden. Endometriose wird in der Öffentlichkeit häufig wie ein Tabuthema behandelt. Betroffene wissen, dass Endometriose sehr schmerzhaft sein kann und auf Dauer auch an den Nerven zehrt. Hierbei handelt es sich um eine chronische Erkrankung, bei der sich Gewebewucherungen bilden, die dem Gewebe der Gebärmutterschleimhaut ähnlich sind. In der Regel liegt Endometriose im Bauchraum vor. Häufig sind Eileiter, Eierstöcke, Darm, Harnröhre oder Harnleiter davon betroffen. Die Gewebewucherungen werden von Hormonen gesteuert und können Blutungen verursachen. Da das Blut häufig nicht abfließen kann, bilden sich gutartige Wucherungen im Körper, die Zysten oder Vernarbungen auslösen können. Diese sind wiederum für starke Schmerzen verantwortlich. Betrifft Endometriose die Gebärmutter und sorgt dort für Wucherungen, dann spricht man von Adenomyose.

Wie kann sich Endometriose äußern?

Schmerzen

Betroffene berichten, dass sich Endometriose nicht immer gleichermaßen äußert. Die Symptome sind besonders vielseitig und äußern sich bei vielen Frauen sehr unterschiedlich.  Es gibt Tage, an denen die Schmerzen erträglich sind und andere wohingegen man kaum außer Haus gehen kann, da die Schmerzen so stark sind, berichten Betroffene. Selbst das Treppensteigen fällt Betroffenen häufig schwer. Weitere Symptome bei Endometriose können Übelkeit, Schwindel, Völlegefühl oder Müdigkeit sein. Wer denkt, dass Endometriose sich wie eine starke Periode anfühlt, der irrt sich. Viele Betroffene klagen über ein starkes Anschwellen des Bauches, das beinahe so aussieht als sei man schwanger. Betroffene Frauen bluten während ihrer Periode nicht nur im Uterus, sondern auch aus den Gewebswucherungen außerhalb des Uterus. Die daraus resultierenden Entzündungen können starke Schmerzen verursachen, manchmal trägt auch vernarbtes Gewebe zur starken Schmerzentwicklung bei.

Was sind die Ursachen?

Es gibt vielerlei Ursachen, warum eine Endometriose auftreten kann. Eine davon kann beispielsweise eine retrograte Menstruation sein, bei dieser Art der Menstruation fließt das Menstruationsblut mit Endometriosezellen durch die Eileiter zurück in den Beckenraum und nicht aus dem Körper. Eine weitere Ursache kann eine Störung des Immunsystems sein. Dabei erkennt die körpereigene Immunabwehr außerhalb des Uterus wachsende endometriale Wucherungen nicht und zerstört diese auch nicht. Endometriose kann aber auch nach einem Kaiserschnitt auftreten, denn Endometriosezellen können sich in der Narbe ausbreiten. Frauen, die keine Kinder haben, weisen ein erhöhtes Risiko auf, in den frühen Wechseljahren an Endometriose zu erkranken. Bei untergewichtigen Frauen sowie bei Endometriosefällen in der Familie liegt ebenfalls ein erhöhtes Risiko vor.