Gesundheit

Was ist der Unterschied zwischen Altersdepression und Altersdemenz?

Bei einer Demenz kommt es zum Absterben von Gehirnzellen und deshalb können viele Erinnerungen verloren gehen./Bild: Fotolia
Was ist der Unterschied zwischen Altersdepression und Altersdemenz?
Julia Haberl

Demenz

Das rasche Absterben von Gehirnzellen und die damit verbundene Vergesslichkeit sind typisch für eine Altersdemenz. Die Einschränkung der Gehirnfunktion führt dazu, dass die Betroffenen ihren Alltag kaum mehr selbstständig bewältigen können. Der fortschreitende Gedächtnisverlust kann dazu führen, dass die eigenen Familienmitglieder nicht mehr erkannt werden können. Außerdem wird auch die soziale und emotionale Kompetenz der Erkrankten stark eingeschränkt. In Österreich leiden in etwa 100.000 Menschen an einer Demenz, die häufigste Form davon ist Alzheimer. Bei dieser Krankheit kommt es sogar zu einer Veränderung des Gehirn: Eiweiß lagert sich ab und sorgt für eine untypische Verfärbung.

Altersdepression

Bei depressiven Verstimmungen im höheren Alter (über 65) spricht man von einer Altersdepression. Eine Depression ist geprägt von Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und Erschöpfung. Bei Altersdepressionen können teilweise körperliche Beschwerden die Ursache für solche psychischen Verstimmungen sein. Ca. ein Fünftel der älteren Menschen leidet an einer Altersdepression. Besonders anfällig sind Menschen, die schon in ihren früheren Jahren mal an einer Depression erkrankt waren. Die Ursachen für eine Altersdepression können auch Verlust, hohe Ansprüche, Unzufriedenheit oder der Wechsel vom Beruf in die Pension sein. Das Thema Depression wird in der Gesellschaft noch immer nicht gerne thematisiert, was die Behandlungsmöglichkeiten zusätzlich erschwert.

Unterscheidung

Es gibt nun tatsächliche eine Möglichkeit, um die beiden ähnlichen Krankheitsbilder voneinander unterscheiden zu können. Mithilfe einer Messung der Rückenmark-Gehirn-Flüssigkeit kann festgestellt werden, um welche Erkrankung es sich handelt. Menschen mit einer Altersdepression weisen einen deutlich höheren Anteil an Beta-Amyloid auf, als Menschen mit Alzheimer. So eine Messung kann mithilfe von Biomarker durchgeführt werden.  Die Identifizierung des genauen Krankheitsbildes ist sehr wichtig, damit danach die entsprechend passende Therapiemethode angewandt werden kann.