Gesundheit

Was ist eine Narkolepsie und wie wird sie verursacht?

Tagsüber dauermüde trotz ausreichend Schlaf? Dann steckt vielleicht Narkolepsie dahinter. /Bild: Fotolia
Was ist eine Narkolepsie und wie wird sie verursacht?
Melanie Payerl

Narkolepsie – das klingt im ersten Moment sehr außergewöhnlich. Tatsächlich handelt es sich bei Narkolepsie um keine gewöhnliche Erkrankung. Spezifisch bezeichnet der Begriff eine chronische Schlafstörung. Genauer gesagt liegt ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus vor, der sich durch immer wiederkehrende Tagesschläfrigkeit auszeichnet. Diese sehr selten auftretende neurologische Erkrankung beeinträchtigt in etwa 0,05 Prozent der Bevölkerung für ihr gesamtes Leben. Vermutlich deshalb ist die Erkankung relativ unbekannt. Zum Bedauern aller Betroffenen ist diese Erkrankung nicht heilbar.

Was passiert bei Narkolepsie-Patienten?

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Bei einer Narkolepsie wird das zentrale Nervensystem regelrecht selbst angegriffen. In Folge einer Infektion durch Grippeviren kann es bei Betroffenen zu einer Selbstzerstörung der Hypokretinzellen kommen. Bei Hypokretin handelt es sich um einen Botenstoff des Gehirns, ein sogenanntes Neurotransmitter, der für die Weitergabe von Informationen zwischen den Zellen verantwortlich ist. Dieser Botenstoff spielt vor allem im Schlaf-Wach-Rhythmus eine wichtige Rolle!

Wie äußert sich Narkolepsie?

Die Anzeichen einer Narkolepsie sind vielseitig und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bemerkbar macht sich Nakrolepsie etwa durch Tagesschläfrigkeit sowie Tagesschlafepisoden. Diese tagsüber auftretende Müdigkeit tritt auch auf, wenn nachts genügend geschlafen wird. Betroffene Patienten können Schlafattacken nicht abwenden und schlafen auch tagsüber immer wieder ein. Plötzliche Verluste der Muskelspannungen sind keine Seltenheit und können in allen Gliedmaßen auftreten. Stürze sind somit ein Risiko. Sogenannte Kataplexien werden etwa durch Ärger oder Freude ausgelöst und können unterschiedlich lange dauern. Betroffene können auch unter sogenannten Schlaflähmungen leiden, diese treten in der Regel nach dem Aufwachen auf. Als wären diese Symptome nicht bereits genug, kommt es bei vielen Betroffenen auch zu nächtlichen Schlafstörungen.

Wie wird die Erkrankung verursacht?

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Der Auslöser für diese Erkrankung ist nicht ganz geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handeln könnte. Diese könnte durch bestimmte genetische Faktoren gefördert werden. In der Schlafmedizin wird die Nakrolepsie zu den Hypersomnien gezählt, welche sich durch einen übermäßigen Bedarf an Schlaf charakterisieren. Betroffene benörigen Unmengen an Schlaf und fühlen sich dennoch auch tagsüber müde. Diese ständige Müdigkeit beeinflusst zum einen die Konzentration, zum anderen erschwert sie viele Situationen im Alltag. Studien haben festgestellt, dass Betroffene über weniger Hypokretin ich ihrem Gehirnwasser, dem sogenannten Liquor, verfügen. Dieses Fehlen des Botenstoffs führt auf Dauer zu einer Störung des Schlaf-Wachrhythmus, was wiederum zu Tagesschläfrigkeit und Tagesschlafepisoden führen kann.