Ernährung

Was ist Histaminintoleranz ?

Keine Allergie, aber eine Nahrungsmittelunverträglichkeit - die Histaminintoleranz kann sich in vielen Symptomen zeigen ! /Bild: Fotolia
Was ist Histaminintoleranz ?
Trixi Kouba

Histaminintoleranz ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, die sich in den unterschiedlichsten Beschwerden äußern kann. Die Symptome können von Hautausschlägen, Verdauungsproblemen, Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen und Migräne, Müdigkeit nach dem Essen, starke Schmerzen während der Menstruation, Husten und laufender Nase reichen. Gerade deshalb dauert es oft länger bis eine richtige Diagnose gestellt wird. In Österreich sind rund ein bis zwei Prozent der Bevölkerung betroffen. Frauen machen davon den Großteil aus.

Keine Allergie

Histaminintoleranz ist keine Allergie, sondern eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Das bedeutet, dass bestimmte Nahrungsmittel schon gegessen werden können, allerdings nur in sehr geringen Mengen. Welche Nahrungsmittel in welchen Mengen Beschwerden auslösen ist von Mensch zu Mensch verschieden und muss ausgetestet werden. In der Ursachenforschung gibt es noch erheblichen Aufholbedarf. Bis heute sind sich Mediziner nicht sicher und strittig. Es wird vermutet, dass Histaminintoleranz durch eine zu histaminhaltige Ernährung ausgelöst wird. Leiden Sie unter roten Hautausschlägen am Dekolleté nach dem Konsum von Rotwein oder unter Verdauungsproblemen bei dem Verzehr von Käse? Das könnten Anzeichen für eine Histaminintoleranz sein. Auch Stress gilt als auslösender Verdachtsfaktor.

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WAS IST HISTAMIN ?

Histamin ist ein biogenes Amin, das beim enzymatischen Abbau von Histidin durch Enzyme entsteht. Dieser Prozess wird auch durch die Reifung von bestimmten Lebensmitteln verursacht. Lange geräucherte Wurstwaren wie Salami, bestimmte Käsesorten wie Parmesan oder Bier enthalten einen hohen Histaminanteil. Mit zunehmender Lagerdauer oder durch Verarbeitungsprozesse wie Fermentierung bei Sauerkraut steigt der Histamingehalt in Nahrungsmitteln an.

In gesunden Körpern wird ein Gleichgewicht zwischen der Zufuhr, Bildung und Abbau des Histamins gehalten. Histaminintolerante Menschen haben meist Probleme damit, das zugeführte und gebildete Histamin im Körper ausgleichend abzubauen. Histamin selbst spielt im Körper eine sehr wichtige Rolle. Es wird ständig in bestimmten Mengen gebildet und gespeichert und unterstützt zum Beispiel die Wundheilung, wirkt Immunreaktionen und als Neurotransmitter für Nervenzellen. Es steuert Schlaf, Appetit, Aufmerksamkeit und allergische Reaktionen.

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SCHWANGERSCHAFT

Diaminoxidase (DAO) ist ein histaminabbauendes Enzym im Körper. Um den Embryo zu schützen, wird während der Schwangerschaft – vor allem im letzten Drittel – deutlich mehr DAO produziert. Ein erwünschter Nebeneffekt, denn die Beschwerden der Histaminintoleranz verschwinden so während der Schwangerschaft vollkommen.

BEHANDLUNG

Meist kann die Histaminintoleranz innerhalb von zwei Wochen wieder verschwinden, wenn man sich in dieser Zeit histaminarm ernährt, also auf sämtliche Lebensmittel verzichtet, die einen hohen Histamingehalt wie etwa Rotwein, Sauerkraut, Käse etc. aufweisen. Dazu kann man nach Absprache mit dem Arzt Antihistaminika und Vitamin C (Ascorbinsäure) zu sich nehmen.