Gesundheit

Was Menschen zu Altruismus inspiriert

Altruistisches Verhalten hat viele Gesichter und lässt sich mit verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen begründen. /Bild: Fotolia
Was Menschen zu Altruismus inspiriert

Bedingungslos zu lieben oder auch mehr zu geben, als von anderen Menschen zurück zu bekommen: Altruismus hat viele Gesichter. Er lässt sich etwa als eine selbstlose Sorge um das Wohlbefinden anderer und den absichtslosen Wunsch, anderen zu helfen, definieren. Altruismus lässt sich auch als ein Aspekt des prosozialen Verhaltens verstehen, der anderen Menschen zugute kommt. Doch was genau macht Altruismus aus und ist selbst altruistisches Verhalten womöglich doch auch manchmal etwas eigennützig?

Differenzierung zu prosozialem Verhalten

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Altruismus als Persönlichkeitseigenschaft begegnet uns im Alltag immer wieder: Da ist etwa der freundliche Nachbar, der uns eine verwehte Türdeko wieder ungefragt befestigt. Oder auch die nette, alte Dame, die uns mit dem Stock die Bustüre aufhält, während wir dem stehenden Bus entgegensprinten. Während alle altruistischen Handlungen prosozial sind, verhält es sich umgekehrt jedoch nicht so: Zum Beispiel dann, wenn aus beabsichtigten Gründen wie der Erwartung einer Gegenleistung oder einer Pflichtschuld geholfen wird – Altruismus lässt sich somit deutlich von prosozialem Verhalten abgrenzen.

Ursachen für altruistisches Verhalten

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Wissenschafter nennen in erster Linie biologische Aspekte als Motivation für Altruismus: Aus evolutionstheoretischer Sicht helfen Menschen vor allem ihren Verwandten, um die Wahrscheinlichkeit einer Genübertragung auf zukünftige Generationen zu erhöhen. Die Wahrscheinlichkeit für altruistisches Verhalten ist demnach für Menschen, die besonders eng verwandt sind, besonders hoch. Daneben lassen sich auch neurologische Ursachen für altruistisches Verhalten bestimmen: Neurobiologen konnten etwa nachweisen, dass Altruismus das Belohnungszentrum des Gehirns aktiviert. Eine in Stanford durchgeführte Studie betont den Einfluss unserer Beziehungen zu anderen auf unser altruistisches Verhalten, während aus psychologischer Sicht auch soziale Normen einen wichtigen Einfluss darauf verüben: In unserer modernen Gesellschaft herrscht die soziale Erwartung auf gegenseitiger Hilfe vor. Altruismus lässt sich überdies mit kognitiven Gründen argumentieren: Manche Menschen profitieren durch das Leisten von Hilfe an andere Menschen selbst, indem sie sich als besonders liebenswürdigen Menschen betrachten können. Auch Hilfe aus Empathiegründen zu leisten, kann am Ende uns selbst helfen, wenn wir die Not anderer nicht selbst miterleben müssen.