Gesundheit

Was passiert bei einer Vollnarkose ?

Eine Vollnarkose zählt im Krankenhaus für Ärzte und Pfleger zur Routine, für den einzelnen Patienten bedeutet es oft Stress ! /Bild: Fotolia
Was passiert bei einer Vollnarkose ?
Trixi Kouba

Eine Vollnarkose zählt im Krankenhaus für Ärzte und Pfleger zur Routine, für den einzelnen Patienten bedeutet es oft Stress. Vor einer Vollnarkose ist ein aufklärendes Gespräch Pflicht. Doch was genau passiert, wenn der Körper in tiefen Schlaf versetzt wird?

1. Tiefer Schlaf

Während einer Anästhesie passieren drei verschiedene Prozesse: Um eine möglichst reibungslose Operation durchzuführen und den Patienten vor Schmerzen zu bewahren, wird zunächst das Bewusstsein ausgeschaltet. Medikamente sorgen dafür, dass die Signalweiterleitung zwischen einzelnen Nervenzellen gestoppt wird. Die Botenstoffe können so nicht mehr von einer Zelle zur nächsten wandern, wodurch das Bewusstsein ausgeschaltet wird. Ähnlich wie bei einem Lichtschalter wird dem Patienten sozusagen das Licht kurzfristig ausgeknipst. Die Narkosemedikamente werden mithilfe eines Plastikschlauchs in einer Vene im Arm zugeführt. Die Narkose wirkt schnell. Ob durch das Einspritzen der Medikamente in die Vene oder durch die Verabreichung durch Atemluft schläft der Patient nach ein paar Sekunden bis einer Minute ein.

2. Schmerzmittel

Damit der Patient während der Operation nicht durch die starken Schmerzen erwacht, werden ihm starke Schmerzmittel zugeführt. Damit werden jene Areale im Gehirn ausgeschaltet, die für das Schmerzempfinden zuständig sind.

3. Muskelentspannung

Damit der Arzt während der Operation sicher und genau seine Handschritte durchführen kann, werden dem Patienten zusätzlich Medikamente gegeben, um die Muskeln zu entspannen.

Kann es passieren, dass der Patient nicht mehr aufwacht ?

Viele Patienten haben vor der Allgemeinanästhesie Angst, nicht mehr aufzuwachen. Diese Sorge ist aber erfreulicherweise fast gänzlich unbegründet. Die moderne Technik ermöglicht hervorragende Überwachungsmöglichkeiten des Körperzustandes, die Medikamente sind gut entwickelt. In sehr seltenen Fällen kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. Dieses Risiko wird jedoch nicht von der Narkose selbst, sondern von Erkrankungen des Patienten während der OP bestimmt.

Was muss vor einer Vollnarkose beachtet werden ?

Vor der Allgemeinanästhesie wird der Patient an Überwachungsgeräte angeschlossen. Blutdruck, Herz und Sauerstoffgehalt im Blut werden überwacht. Ein speziell für die Anästhesie anwesender Mitarbeiter überwacht während des ganzen Ablaufs die Sicherheit des Patienten und seine Körperfunktionen. Daneben überwacht der Anästhesist auch die Narkosetiefe. Heutzutage kann die Dosis genau und sehr schnell eingestellt werden. Patienten brauchen deshalb keine Angst haben, während der Operation aufzuwachen.

Damit die Operation und Vollnarkose sicher durchgeführt werden kann, ist es wichtig bestimmte Regeln zu befolgen. Da während der Anästhesie alle Reflexe des Körpers ausgeschaltet werden, sollte mindestens sechs Stunden vor der OP keine Nahrung und nur äußerst wenig Flüssigkeit zu sich genommen werden. Ansonsten könnte Mageninhalt in die Lunge gelangen. Da der Körper keinen automatischen Hustenreflex während einer Allgemeinanästhesie hat, kann das im schlimmsten Fall zu einer Lungenentzündung führen. Kurz vor der Anästhesie wird der Patient gebeten, sich von allem zu befreien: Sowohl Kleidung, Brillen, Kontaktlinsen, Ohrringe oder Ketten werden abgelegt. Außerdem sollte weder Make-up noch Nagellack am Tag der OP getragen werden. Zahnspangen oder lockere Zähne sowie Erkältungen sollten dem Arzt mitgeteilt werden.

Was passiert nach der Vollnarkose ?

Fast jeder Patient erlebt nach dem Aufwachen aus der Vollnarkose Übelkeit und Erbrechen. Das Ausmaß variiert von Mensch zu Mensch. Ist dem Patienten bekannt, dass er leicht zu Übelkeit oder Erbrechen neigt, können vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Um diese Nebenwirkungen zu vermeiden, hilft es, mit dem Trinken und Essen einige Stunden nach dem Aufwachen zu warten.