Gesundheit

West-Nil-Fieber breitet sich in Europa aus

In Europa wird es immer wärmer - Das sorgt für den Einzug tropischer Krankheiten, wie das West-Nil-Fieber. /Bild: Fotolia
West-Nil-Fieber breitet sich in Europa aus
Trixi Kouba

Mit steigenden Temperaturen in Europa ziehen auch neue Erkrankungen in die heimischen Breiten ein. Um sich mit dem West-Nil-Virus anzustecken, muss kein Fernurlaub involviert sein. Mittlerweile verbreitet sich das Virus auch in Deutschland und anderen Ländern Europas.

Entsprechend hohe Temperaturen gelten als eine Voraussetzung für das Vorkommen des West-Nil-Fiebers in Europa: Bei 30 Grad Celsius vermehrt sich das Virus rasch und die Übertragungswahrscheinlichkeit ist hoch. Laut Europäischem Seuchenkontrollzentrum ECDC  wurden 2017 204 Fälle am Menschen in der EU und 84 in EU-nahen Ländern wie Serbien, Türkei und Israel gemeldet. Im Jahr 2018 wurden EU-weit mit Stand 16. August 273 Fälle mit West Nil Virus gemeldet.

Grippeähnliche Symptome

Laut AGES, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, verlaufen etwa 80 % der Infektionen unbemerkt und ohne Symptome. Nur 20 % der erkrankten Patienten zeigen eine grippeähnliche Erkrankung mit plötzlichem, hohem Fieber (= leichtes West Nil Fieber), Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Symptomen, eventuell Schnupfensymptomen, Lymphknotenschwellungen und Hautflecken. Die Inkubationszeit beträgt 2-8 Tage. Innerhalb von 7-10 Tagen erfolgt meist ein Abklingen der wichtigsten Symptome. Sehr selten kommt es zur West Nil Meningitis oder Enzephalitis. Symptome sind Bewusstseinstrübung, Koordinationsstörungen, Schluckbeschwerden, extreme Müdigkeit, Schwindel und Änderungen des Verhaltens und der Persönlichkeit. Im schlimmsten Fall kann die Infektion zum Tod führen. Vor allem ältere Menschen und Menschen mit schwachem Immunsystem sind gefährdet, schwer zu erkranken.

Ansteckungsrisiko in Österreich

mosquito

Kein anderes durch Mücken übertragene Virus ist weltweit so verbreitet wie das West-Nil-Virus. Laut AGES ist jedoch das Risiko, sich in Österreich anzustecken und zu erkranken, derzeit noch sehr gering. Da die Übertragung durch Stechmücken erfolgt, treten die Infektionen in den Sommermonaten auf. Viele bestätigte Fälle gäbe es aber noch nicht. In Österreich wurden zwischen 2009 und 2018 insgesamt 44 West Nil Virus Fälle, die im Inland erworben wurden, bestätigt. Dabei ist das Risiko für Infektionen in Wien und Niederösterreich am höchsten. Auch wurden keine Todesfälle verzeichnet.

Kein Impfstoff für Menschen

Der Erreger kann in „Hausgelsen“ den Winter überdauern und im darauffolgenden Jahr einen Vermehrungszyklus in der Mücke durchmachen. Das Virus kann jedoch auch in den Organen von bestimmten Vogelarten überleben und durch Zugvögel über weite Entfernungen verschleppt werden. Zurzeit steht kein Impfstoff für den Menschen zur Verfügung. Da noch keine Therapie vorhanden ist, bleibt der Mückenschutz als einzige Sicherheitsmaßnahme übrig: Langärmelige Kleider schützen vor Stechmücken. Fenster und Türen sollten abgedichtet werden. Bei einer Mückenplage kann auch ein Moskitonetz über dem Bett aufgehängt werden. Da Gelsen ihre Eier in Wasseransammlungen wie Regentonnen ablegen, sollten diese entleert oder mindestens einmal wöchentlich ausgetauscht werden. Auch Duschen hilft – Mücken werden von Schweiß angezogen.