Gesundheit

WHO empfielt: Bewegung und Rauchstopp im Kampf gegen Demenz

Laut WHO gibt es einen Zusammenhang zwischen Lebensstil und Demenzrisiko/ Bild: Fotolia
WHO empfielt: Bewegung und Rauchstopp im Kampf gegen Demenz
Paulin Klärner, BA

Demenz gehört nach wie vor zu den weitverbreitetsten und meist gefürchtetsten Erkrankungen des Alters. Zuerst lässt das Kurzzeitgedächtnis nach, später verschwimmen auch ältere Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis, Denk- und Sprachvermögen lassen nach und man verliert nach und nach den Bezug zur Realität. Weil es noch immer keine Heilung gibt, spielt Prävention in der Demenz-Forschung eine zentrale Rolle. Die guten Nachrichten: Laut Studien ist das Demenz-Risiko aktiv beeinflussbar. Ein bewussterer Umgang mit der eigenen Gesundheit, mehr Aufklärung über die Erkrankung und Strategien und Übungen, mit denen Demenz bereits in jungen Jahren entgegengewirkt werden kann, können das Risiko laut Wissenschaftlern nachweislich reduzieren.

Bewegung und Rauch-Stopp!

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor kurzem Leitlinien zur Demenzprävention veröffentlicht und auch besonders auf den Zusammengang von Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht mit einem erhöhten Risiko hingewiesen. „Ein körperlich aktiver Lebensstil ist verbunden mit der Gesundheit des Gehirns (…) Physische Aktivität scheint einen vorteilhaften Einfluss auf die Struktur des Gehirns zu haben.“, erklären die Autoren. Demnach haben bereits mehrere Studien gezeigt, dass Menschen, die sich viel bewegen, seltener an Alzheimer erkranken und gleichzeitig Bluthochdruck (einem enormen Risikofaktor für Demenz) entgegenwirken. Zu den Leitlinien zählen neben ausreichend Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und der Einnahme von Vitamin B und E auch ein sofortiges Rauch-Stopp. Ältere Studien haben außerdem gezeigt, dass ein Vitamin D Mangel mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko korreliert. Hierbei warnen die Experten aber gleichzeitig vor Nahrungsergänzungsmitteln und verweisen auf die zahlreichen Nebenwirkungen bei falscher oder übermäßiger Einnahme.

WHO: Zahl der Demenzkranken steigt weltweit

Demenz

Derzeit sind weltweit etwa 50 Millionen Menschen demenzkrank. Laut Berechnungen der WHO werden in den kommenden Jahren jedoch immer mehr Menschen von der Erkrankung betroffen sein. Bis 2030 sollen demnach rund 82 Millionen Menschen an Demenz erkrankt sein, bis 2050 ganze 152 Millionen. „Da es derzeit keine Heilung für Demenz gibt, ist es äußerst wichtig, sich auf die Risikofaktoren zu konzentrieren.“, betont WHO-Expertin Neerja Chowdhary im Interview in der Tagesschau.

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