Gesundheit

WHO: Videospielsucht und krankhaftes Sexualverhalten offiziell als Krankheiten klassifiziert

Der Krankheitskatalog der WHO wurde erneuert: Sexsucht und Videospiel-Sucht sind erstmals enthalten/ Bild: Fotolia
WHO: Videospielsucht und krankhaftes Sexualverhalten offiziell als Krankheiten klassifiziert
Paulin Klärner, BA

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dem Katalog der „Internationalen Klassifikation der Krankheiten“ (ICD-11) vergangene Woche neue Punkte hinzugefügt – unter anderem sind Videospiel-Sucht und krankhaftes Sexualverhalten erstmals enthalten. Das erste Mal seit 30 Jahren wurde der 55.000 Krankheiten umfassende Katalog erweitert. Die jeweiligen Krankheiten werden hierbei mit Codes bezeichnet, um sie einfacher in Statistiken eingliedern zu können.

Kritik von der Videospiel-Community

gaming

Erstmals ist nun auch Videospielsucht offiziell als Krankheit erwähnt. Die Gaming-Community hat bereits gegen die Klassifizierung protestiert. Menschen, die viel vor Videospielen sitzen, seien nicht automatisch krank und könnten durch diese Maßnahmen falsche Vorstellungen von ihrem Gesundheitszustand bekommen, lautet die Kritik. Laut WHO gilt man als „spielsüchtig“, wenn man über 12 Monate lang seinen gesamten Alltag den „Gamen“ unterordnet, sein soziales Umfeld vernachlässigt, nur noch selten die Wohnung verlässt und nicht mehr auf seine Hygiene achtet. „Es gibt keinen Grund, solches pathologisches Spielen aus dem Katalog zu nehmen. Andererseits darf auch niemand, der einfach viel auf dem Computer oder Handy spielt, als krank bezeichnet werden.“, so Robert Jakob, Gruppenleiter Klassifikationen (ICD) bei der WHO.

Sexsucht als krankhaftes Verhalten

Auch krankhaftes Sexualverhalten wird erstmals offiziell als Krankheit klassifiziert. Hierbei geht es hauptsächlich um übermäßigen Porno-Konsum oder auch  zwanghaften Telefonsex. Allgemein gilt: Wenn man seine Impulse nicht kontrollieren kann und dieses Verhalten das alltägliche Leben, inklusive Partnerschaft, Freundschaften, Job etc., beeinflusst, weist dies auf eine Sucht hin. Sollten diese und ähnliche Symptome auftreten, tue man gut daran, dies mit einem Psychologen/einer Psychologin zu besprechen. Auch das Burnout wurde erstmals offiziell als psychische Erkrankung, ausgelöst durch „chronischen Stress am Arbeitsplatz“ klassifiziert.