Familie

Wie beeinträchtigt Kinderlosigkeit das Leben wirklich?

Kinderlosigkeit macht vor allem Menschen im späteren Lebensabschnitt zu schaffen. /Bild: fotolia
Wie beeinträchtigt Kinderlosigkeit das Leben wirklich?
Melanie Payerl

Der Spaß am Job, der Wunsch danach die Karriereleiter bis nach oben hochzuklettern, die ganze Welt bereisen, Unabhängigkeit – alle diese Faktoren spielen für Menschen, die keine Kinder haben möchten, eine übergeordnete Rolle. Genau dafür werden jene Menschen jedoch auch kritisiert, häufig gelten jene Menschen als egoistisch. Doch inwiefern beeinträchtigt Kinderlosigkeit das Leben wirklich? Für Frauen mit Kinder stehen diese in der Regel an erster Stelle, was jedoch nicht bedeutet, dass Mütter nicht in der Lage dazu sind, Karriere zu machen. Natürlich ist es mit einer Familie nicht möglich 24/7 sich seinem Job zu widmen, doch für eine gute Karriere muss das auch nicht immer sein. Arbeitende Eltern sind keineswegs schlechte Eltern, so lange sie die Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen, sinnvoll füllen. Dass sich die Präferenzen von Erwachsenen ändern, wenn Kinder ins Leben gesetzt werden, kann jedoch nicht bestritten werden.

Älter werden ohne Kinder

Kinderlosigkeit

Die steigende Lebenserwartung erfreut zwar einerseits mit Sicherheit viele Menschen, andererseits sorgt diese für einen erhöhten Pflegebedarf in den kommenden Jahren. Auch heute werden Eltern oder Großeltern häufig von ihren Angehörigen gepflegt. Kinderlose Paare sind in der Regel auf Pflegedienste oder Altersheime angewiesen. Vor allem mit dem Alter kann Kinderlosigkeit Betroffene oftmals beschäftigen. Kinderlose Menschen stellen sich im Alter häufig die Frage: Wer wird sich wohl um mich sorgen, wenn ich alt bin oder wenn ich mich nicht mehr um mich selbst kümmern kann?

Immer mehr Menschen haben keine Kinder

Die Zahlen bestätigen bereits seit Jahren, dass immer weniger Kinder geboren werden. In den letzten fünfzig Jahren hat sich die Fruchtbarkeitsrate halbiert. So lag die durchschnittliche Kinderanzahl in den 1960er Jahren bei 2,8, im Jahr 2016 lag die Zahl bei etwa 1,49 Kindern pro Frau. Wobei in den vergangenen zehn Jahren ein leichter Anstieg bei der Fertilitätsrate von etwa 0,13 festgemacht werden konnte. Nichtsdestotrotz wird es langfristig mehr kinderlose Paare geben. Im Jahr 2030 wird es mehr als eine Million erwachsene Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren geben, die keine Kinder haben.