Gesundheit

Wie behandeln SSRIs Depressionen?

SSRIs wirken, indem sie dem Organismus mehr am Hormon Serotonin verfügbar machen und damit die Stimmung aufhellen. / Bild: Fotolia.
Wie behandeln SSRIs Depressionen?

Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen sind heute ein weit verbreitetes Thema und vor allem in der dunklen Jahreszeit gehäuft zu verzeichnen. Damit ist auch die Einnahme von Antidepressiva im Ansteigen. Für die Behandlung von Depressionen sowie Angst- und Panikstörungen werden oft und erfolgreich „Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer“, abgekürzt SSRIs, eingesetzt. Doch wie wirken diese und welcher neurochemische Zusammenhang besteht zwischen Sport und Depression?

Glückshormon Serotonin

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SSRIs wirken, indem sie dem Organismus mehr am Hormon Serotonin verfügbar machen. Dadurch kommt es zu ihrer beruhigenden, stimmungsaufhellenden, antidepressiven und angstlösenden Wirkung. Wie nun Gary.L. Wenk, Ph.D an der University of Ohio postulieren konnte, ist diese Erklärung in ihrer Einfachheit jedoch unzureichend.

Zytokine fördern Depression

Hierfür zieht er die Theorie in Betracht, dass in der Entstehung von Depressionen auch Zytokine, also Botenstoffe, welche Teile des Abwehrarsenals unseres Immunsystems darstellen, eine Schlüsselrolle spielen. Zytokine werden zum Beispiel im Verlauf einer Infektion durch Viren oder Bakterien vom Körper gebildet, um Krankheitserrerger abzuwehren. Manchmal werden diese jedoch über längere Zeit auch ohne Vorliegen einer Infektion produziert. Wissenschaftliche Studien ergaben, dass zytokininduzierte Vorgänge auch während einer Depression in unserem Gehirn aktiv sind. Ebenso konnte gezeigt werden, dass Zytokine nicht nur im Rahmen von Depressionen auftreten, sondern diese auch verstärkend fördern könnten. Vor einigen Jahren konnte daraus postuliert werden, dass auch SSRIs eine entzündungshemmende Wirkung haben könnten, welche der depressiven Wirkungsweise von Zytokinen entgegenwirken könnte. Dies könnte auch erklären, warum SSRIs bei älteren Menschen ineffektiver sind, da ihr Gehirn häufig einen erhöhten Entzündungsgrad aufweisen.

Ein Wachstumsfaktor als entscheidender Aspekt

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Wenk stellte sich die Frage, wieso SSRIs nicht unmittelbar, wie etwa auch Kokain, wirken würden. Als Lösung konnte erschlossen werden, dass diese ebenso Veränderungen in unserer DNA und die Produktion neuer Chemikalien bewirken, welche die Funktionsweise des Gehirns verändern. Eine dieser wichtigen Chemikalien, welche durch die Einnahme eines SSRI in die Produktion eingebracht werden, ist BDNF. Dieser Wachstumsfaktor ist für das Wachstum unserer Gehirnzellen und auch für die Verbindungen zwischen anderen Zellen maßgebend. BDNF ist entscheidend dafür, dass unsere Gehirnzellen wachsen, neue Verbindungen zu anderen Zellen herstellen und ein Leben lang überleben. Antidepressiva führen also zu einer erhöhten Produktion von BDNF. Besonders spannend ist, dass BDNF durch Fettleibigkeit, Stress, Krankheit und zu wenig körperliche Bewegung reduziert wird. Daraus lässt sich erschließen, dass Aktivitäten wie Sport eine antidepressive Wirkung erzielen, wodurch man sagen kann, dass Sport nicht nur schlank und fit, sondern auch happy macht!