Gesundheit

Wie Cannabis das genetische Profil von Spermien beeinflussen kann

Marihuana kann die Familienplanung beeinflussen! /Bild:Fotolia/
Wie Cannabis das genetische Profil von Spermien beeinflussen kann
Melanie Payerl

Während sich der legale Zugang zu Marihuana in den USA immer weiter ausbreitet, untersuchen immer mehr Wissenschaftler die Wirkung des Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol kurz THC auf den Körper. Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass sich Männer im fruchtbaren Alter künftig überlegen sollten, ob sie Marihuana konsumieren, denn THC steht unter Verdacht die Spermien zu beeinflussen. Frühere Untersuchungen zeigten, dass Tabakrauch, Pestizide und starkes Übergewicht Spermien verändern können. Nun zeigt die Duke-Studie, dass auch THC die Epigenetik beeinflusst und Änderungen in der DNA der Spermien verursachen kann.

Cannabis

Studienergebnisse

An der Studie haben 24 Männer teilgenommen, zuvor wurden Experimente an Ratten durchgeführt. Es konnte herausgefunden werden, dass THC auf zwei wichtige zelluläre Bereiche abzielt und die DNA-Methylierung verändert. Dabei handelt es sich um eine chemische Veränderung an den Grundbausteinen in der Erbsubstanz der Zellen. Diese Forschung hat jedoch noch nicht gezeigt, ob diese durch THC bedingten DNA-Veränderungen auch an die Kinder weitergegeben werden und welche Auswirkungen diese haben können. Dr. Scott Kollins, Professor an Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften ist Autor der Studie erklärt, dass auch wenn die Auswirkungen des Marihuanakonsums auf die Spermien noch nicht vollständig geklärt sind, sollte der Konsum überdacht werden. Je höher die THC-Konzentration im Urin der Männer ist, desto ausgeprägter seien demnach die genetischen Veränderungen der Spermien, so die Wissenschaftler. Susan K. Murphy, Ph.D. Professorin und Chefin der Abteilung für Reproduktionswissenschaften in der Geburtshilfe und Gynäkologie bei Duke erklärt, dass man in der Forschung noch nicht genau weiß, ob und wie sich der Marihuanakonsum auf die Entwicklung des Kindes auswirkt.

Größere Forschungen sind in Planung

Schwangerschaft

Um noch aussagekräftigere Ergebnisse zu liefern, plant das Duke-Team die Forschung mit größeren Gruppen an Studienteilnehmern durchzuführen. Dabei möchten die Wissenschaftler untersuchen, ob der Verzicht auf Marihuana die Veränderungen in den Spermien rückgängig machen kann. Außerdem möchten die Forscher anhand von Blutproben aus der Nabelschnur von betroffenen Neugeborenen Untersuchungen anstreben. Dadurch könne festgestellt werden, welche epigenetischen Veränderungen durch die THC-veränderten Spermien auf das Kind übertragen werden. Susan K. Murphy empfiehlt den Konsum von Cannabis für rund ein halbes Jahr einzustellen, wenn ein Kinderwunsch besteht und um sicherzugehen, dass das Kind keinen Schaden davonträgt.