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Wie Chiropraktik Sehstörungen verursachen kann

Ruckartige und schnelle Nackenbehandlungen können in seltenen Fällen zu Sehstörungen wie Doppelbildern führen. /Bild: Fotolia
Wie Chiropraktik Sehstörungen verursachen kann
Trixi Kouba

Chiropraktik sollte eigentlich zur Verbesserung des Wohlbefindens beitragen. Die umstrittene alternativmedizinische Behandlung funktioniert durch Bewegungen verschiedener Körperteile und wird vor allem bei Schmerzen im Rücken eingesetzt. Eine aktuelle Studie zeigt nun jedoch, dass der Druck im Nackenbereich in seltenen Fällen zu Sehstörungen und Blutungen im Augeninneren führen könnte.

Viele Menschen suchen bei Schmerzen Hilfe von einem Chiropraktiker. In einigen Fällen kann das für Hilfesuchende aber tragisch enden. Vor zwei Jahren starb das US-Playboymodel Katie May nach dem Besuch bei einem Chiropraktiker an einem Schlaganfall als Folge einer Nackeneinrenkung, wobei der Heiler ihre Wirbelarterie verletzt hatte. Durch die teilweise mit starkem Druck und schnellen Bewegungen ausgeführten Bewegungen im Nackenbereich können Körperteile verletzt werden. Das kann auch zu Augenproblemen führen. Der Druck führt zu Stress im Auge, kann Gefäße beschädigen und zu Blutungen im Augeninnere sowie Sehverlust führen, meint eine aktuelle Studie.

Doppelbilder und Arterien-Verschluss als Risiken

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So auch im Fall einer 59-jährigen Frau, die nach einer chiropraktischen Behandlung gegen ihre Kopfschmerzen Punkte in ihrem Sichtfeld wahrnahm, die sich am nächsten Tag verschlimmerten. Nach zwei Wochen ohne Behandlung regulierte sich ihre Sicht wieder auf einen Normalzustand. Sie wurde anschließend an das Kellogg Eye Center überwiesen, die über den seltenen Fall im American Journal of Ophthalmology Caser Reports berichteten. Da die Zellen der Netzhaut sehr sensibel sind, können schon leichte Verletzungen der Gefäße zu Sehproblemen führen. Die Sehstörungen können in Form von Doppelbildern auftreten. Ein Zentralarterienverschluss führt zu einer Blockade der Arterie, welche Sauerstoff zu den Nervenzellen in der Netzhaut am hinteren Auge transportiert. Die Augenärzte empfehlen daher den Patienten, ihre Ärzte bei Problemen über Besuche bei Chiropraktikern zu informieren.

Schlaganfälle selten aber möglich

Nicht nur Augenprobleme, sondern auch Schlaganfälle, wie jener des verstorbenen US-Models, sind ein mögliches, seltenes Risiko bei einem Besuch beim Chiropraktiker. Die schnellen, ruckartigen Bewegungen am Genick können zu Verletzungen in den Arterienwänden des Genicks führen, die in einem Schlaganfall enden können. Das passiert, wenn sich ein Blutgerinnsel bildet, welches sich später loslöst und Blutgefäße im Gehirn verstopft.