Familie

Wie Kinder die Beziehung verändern

Ein Drittel aller Paare bekommt in den ersten zwei Beziehungsjahren das erste Kind. /Bild: Fotolia
Wie Kinder die Beziehung verändern
Trixi Kouba

Eine aktuelle Studie sah sich die Unterschiede zwischen Paaren mit und ohne Kinder genauer an. Es zeigte sich, dass sich Paare mit Kindern stärker miteinander verbunden fühlen und sich klar für eine gemeinsame Zukunft aussprechen. Kinderlose Paare freuen sich dafür über mehr Zeit für Gespräche und Zärtlichkeit. Mal in einer Beziehung, wollen viele nicht zu lange auf den Nachwuchs warten: Jedes dritte Paar bekommt schon in den ersten zwei Beziehungsjahren ihr erstes Kind.

Die Hälfte aller Paare hat gemeinsame Kinder

Eine aktuelle Studie im Auftrag der Online-Partneragentur Parship.at untersuchte, wie sich der Beziehungsalltag von Familien und kinderlosen Paaren unterscheidet. Das Ergebnis: Paare mit Kindern weisen eine hohe Überstimmung beim Stellenwert von Familie, Ehe und auch Beruf auf. Sie rechnen in ihrer Partnerschaft mit einer langfristigen gemeinsamen Zukunft und denken bei ernsthaften Problemen seltener über eine Trennung nach. Kinderlose Paare hingegen sprechen mehr miteinander und kuscheln regelmäßig und gerne. Aber sie verbringen nicht mehr Freizeit mit ihrem Partner als Familien mit Kindern. Für die Studie befragte marketagent.com 655 in Partnerschaft lebende Österreicherinnen und Österreicher im Alter von 18-69 Jahren.

Erstes Kind in den ersten zwei Jahren

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Rund 70 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher leben in einer Partnerschaft. Davon haben die Hälfte gemeinsame Kinder. Rund ein Drittel der Paare bekommt ihr erstes Kind in den ersten zwei Beziehungsjahren, ein weiteres Drittel nach zwei bis fünf Jahren, das letzte Drittel erst nach fünf Jahren. Die meisten Paare haben ein (42%) oder zwei gemeinsame Kinder (44%), 14 Prozent haben drei oder mehr gemeinsame Kinder. In jede vierte Partnerschaft wurde mindestens ein minderjähriges Kind mitgenommen, in drei Prozent der Fälle haben beide Partner Kinder aus früheren Beziehungen.

Trennungsrisiko bei kinderlosen Paaren größer

Paare mit Kindern weisen im Vergleich zu kinderlosen Paaren mehr Einigkeit auf, insbesondere bei den Themen „Stellenwert der Familie“, „Ehe“ und „Beruf“. Caroline Erb, Psychologin bei Parship.at: „Der Wunsch nach Verbindlichkeit und Langfristigkeit der Beziehung ist bei Paaren mit Kindern stärker ausgeprägt.“ So rechnen 76 Prozent aller Familien mit Kindern mit einer langfristigen gemeinsamen Zukunft, aber nur 66 Prozent der kinderlosen Paare. Sollte die Beziehung nicht mehr glücklich machen, kommt eine Trennung für doppelt so viele kinderlose Paare (19%) wie für Paare mit Kindern (10%) überhaupt in Frage.

Intimität kommt zu kurz

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Beim Thema Sexualität sind sich kinderlose Paare eher einig. Dabei bleibt es aber nicht: Sie kuscheln öfter und sprechen mehr miteinander. Erb: „Die Intimität in der Partnerschaft verändert sich häufig, wenn Kinder im Haus sind. Im Alltag mit Kindern bleibt einfach weniger Zeit für zärtliche Momente mit dem Partner. Man sollte sich daher ganz bewusst Zeit für einander nehmen und die Zweisamkeit auch pflegen.“ Dennoch verbringen kinderlose Paare nicht mehr Freizeit gemeinsam als Paare mit Kindern. 58 Prozent aller Paare geben an viel Zeit miteinander zu verbringen, aber auch getrennten Freizeitaktivitäten nachzugehen. Jeder Fünfte verbringt keine freie Minute ohne seinen Partner.