Frauenmedizin

Wie sich der Körper nach der Schwangerschaft verändert

Nach einer Schwangerschaft ist oft vieles nicht mehr wir vorher. / Bild: Fotolia
Wie sich der Körper nach der Schwangerschaft verändert

Mutter zu werden ist für viele Frauen eines der schönsten – wenn nicht sogar erfüllendsten – Lebensereignisse. Die Zeit der Schwangerschaft ist zweifellos eine Zeit der großen körperlichen wie auch psychischen Veränderungen. Zu diesem Zeitpunkt entsteht im Körper der Frau ein gänzlich kompletter, neuer kleiner Mensch, ein kleines Wunder, das die Mutter mit ihrem Herzschlag und ihrem gesamten Immunsystem und Stoffwechsel mitversorgt. Ebenso ist es auch kein Wunder, dass nach der Geburt manchmal vieles nicht mehr wie vorher ist.

Schuhgrösse

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Postpartal kann es zu größeren Füßen kommen – verantwortlich dafür sind neben einer Gewichtszunahme auch die Hormone. Das zusätzliche Gewicht während der Schwangerschaft kann dafür sorgen, dass manche Frauen etwa eine halbe Schuhgröße mehr aufweisen. Eine Gewichtszunahme ist zudem häufig auch eine Folgeerscheinung von vermehrten Wassereinlagerungen. Eine Schlüsselrolle spielt zuletzt das Hormon Relaxin, welches dabei hilft, Bänder und Knochen im Becken zu entspannen. Doch Relaxin beeinflusst ebenso andere Bänder des Körpers und wirkt sich auch auf die Ligamente der Füße aus, welche erschlaffen und somit zu größeren Füßen führen können.

Plus auf der Waage

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Wie schon kurz erwähnt, nehmen viele Frauen während der Schwangerschaft einiges an Extrapfunden zu, viele auch nachhaltig. Nach Kathleen Rasmussen, Professorin für Mütter- und Kinderernährung an der Cornell University, würde jede Frau ein Jahr nach der Geburt immer noch 5kg oder auch mehr auf die Waage bringen. Tipp: Mit einer gesunden Ernährung mit viel Obst und Gemüse, wertvollen Vollkornprodukten und magerem Eiweiß sowie gesunden Ölen kann dem jedoch gut wieder entgegengewirkt werden, um das „alte“ Wohlfühlgewicht zurückzuerlangen.

Intimbereich

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Während sich die Vagina im Normalfall nach der Geburt auf ihre (beinahe) ursprüngliche Größe wieder problemlos zusammenzieht, hinterlässt das Geburtsgeschehen bei manchen anderen Frauen etwas „weitere“ Spuren. Auch Verletzungen wie Risse während der Geburt gehören zu den unschöneren Veränderungen nach der Entbindung. Am besten vorgebeugt werden kann mit einer gut trainierten Beckenbodenmuskulatur sowie einer regelmäßig durchgeführten Dammmassage während der Schwangerschaft.

Inkontinenz

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Die Geburt kann ein erhöhtes Risiko für Inkontinenz oder den Verlust der Blasenkontrolle nach der Geburt darstellen. Grund hierfür ist vor allem eine Schwächung der für die Blasenkontrolle notwendigen Muskeln. Auch Blasennerven und Stützgewebe können durch eine Geburt in Mitleidenschaft gezogen werden, was nach Angaben der Mayo Clinic zu einem gesenkten Beckenboden führen kann. Für betroffene Frauen empfiehlt es sich, Kegelübungen durchzuführen, um die Beckenbodenmuskulatur zu stärken.

Ein Kind mehr, ein Zahn weniger?

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Viele kennen den Spruch, dass Frau mit der Geburt eines Kindes auch einen Zahn einbüßen müsse. Doch ist etwas Wahres dran? Eine Studie aus dem Jahr 2008, durchgeführt an 2.635 Frauen und veröffentlicht im American Journal of Public Health, ergab de facto eine mögliche Korrelation von der Anzahl der Kinder und dem Zahnverlust der Mütter. Mögliche Gründe könnten jedoch neben allgemeinen Zahnfleischproblemen wie einem geschwollenen Zahnfleisch und Zahnfleischbluten auch eine Schädigung des Schmelzes durch Erbrechen in der (Früh-)Schwangerschaft sein. Dies variiere natürlich stark von Frau zu Frau. Auch hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft könnten sich auch auf Bakterienflora bzw. das Mikrobiom des Mundes auswirken. Vorbeugen kann man in diesem Fall am besten mit einer ausreichenden Mund- und Zahnhygiene.

Brustveränderungen

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Während der Schwangerschaft durchlaufen die Brüste einer Frau einige größere und kleinere Veränderungen. Zunächst kommt es zu einem Wachstum, da das ruhende Fettgewebe in der Brust zur Vorbereitung auf das Stillen durch funktionelles Gewebe ersetzt wird. Dies ist jedoch nicht nachhaltig, denn nachdem eine Frau mit dem Stillen aufgehört hat, verkümmert dieses funktionelle Gewebe wieder, da es nicht mehr gebraucht wird. Auch das Fett wird posthum nicht mehr sofort ersetzt, dies geschieht erst wieder durch eine allgemeine Gewichtszunahme der Frau.

Hautveränderungen

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Hautveränderungen sind in der Schwangerschaft ebenso nicht ungewöhnlich. So ist etwa die linea nigra, lateinisch für „schwarze Linie“, eine dunkle, vertikale Linie, welche während der Schwangerschaft über den Bauch zur Schamregion verläuft. Auch das so genannte Melasma, braune Flecken, die sich vor allem im Gesicht zeigen, können auftreten, Sommersprossen und Muttermale können sich verdunkeln. Grund für die Hauptveränderungen ist primär ein Anstieg des Melanins, eines Pigments, welches Haut und Haaren seine Farben verleiht. Ebenso Dehnungsstreifen gehören für viele Frauen zu einer Schwangerschaft wie das Gelbe zum Ei. Sie machen sich vor allem durch rosa oder rötliche Streifen am Bauch bemerkbar, dieser Effekt kann jedoch auch bei Übergewicht auftreten. Gute Nachricht: Dehnungsstreifen verblassen normalerweise wieder innerhalb von etwa zwei Jahren.

 Libido-Verlust

libido
Eigentlich ist es gar nicht verwunderlich, dass es nach der Geburt etwa bis zu einem Jahr dauern kann, bis ihr Sexualtrieb wieder zu seinem normalen Niveau zurückkehrt. Bereits die Müdigkeit und Abgeschlagenheit, welche sich aus Geburt und Stillen ergibt, lässt Müttern häufig wenig Energieressourcen für Sex. Durch das Stillen kommt es darüber hinaus zu einem niedrigeren Östrogenspiegel, welcher den Sexualtrieb reduzieren kann. Doch Kopf hoch! Auch dies ist in den allermeisten Fällen nur eine Frage der Zeit.

Venenprobleme

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Einige Frauen können schon in der Schwangerschaft geschwollene und blaue Venen, die sogenannten Krampfadern, an sich entdecken. Diese können vor allem an den Beinen, Scheide und auch After auftreten, wo sie als Hämorrhoiden bezeichnet werden. Ursache hierfür sind zum einen das hohe Gewicht und der hohe Druck der Gebärmutter ,welche die Durchblutung im Unterleib reduzieren können. Zum anderen können auch eine erhöhte Durchblutung sowie eine Schwächung der Auskleidung der Blutgefäße dazu beitragen. Auch Venenprobleme verschwinden für gewöhnlich schon nach sechs bis zwölf Monaten nach der Geburt. Vorbeugen lässt sich ihnen mit regelmäßigem Sport, dem Vermeiden, lange Zeit mit gekreuzten Beinen zu sitzen, Stützstrümpfen und einer ballaststoff- und flüssigkeitsreichen Ernährung.

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