Gesundheit

Wie therapeutische Gewichtsdecken bei Angststörungen helfen können

Eine Gewichtsdecke soll durch das Gefühl von Schwere angenehme Empfindungen von Ruhe, Geborgenheit und Sicherheit vermitteln. Sie empfiehlt sich nicht nur bei Angststörungen, sondern unter anderem auch bei Entwicklungsstörungen von Kindern. /Bild: Fotolia
Wie therapeutische Gewichtsdecken bei Angststörungen helfen können

Der Puls rast. Die Hände werden eiskalt. Ein unangenehmes Gefühl macht sich in der Magengegend breit und der Hals fühlt sich an wie zugeschnürt: Angst zählt an sich zu den Grundemotionen und kann mitunter lebenswichtig sein. Eine Angststörung jedoch, die zu den psychischen Erkrankungen zählt, kann das Leben schwer beeinträchtigen. Dementsprechend wichtig ist es, sich rechtzeitig professionelle psychotherapeutische Hilfe zu suchen. Denn egal ob eine Panikstörung, eine soziale Phobie, spezifische Phobien oder auch eine generalisierte Angststörung vorliegt – mit einer angemessen Therapie kann wieder ein normaler Weg zurück in einen unbeschwerteren Alltag gefunden werden. Ergänzt werden kann die Therapie zuhause nun auch durch ein Accessoire fürs Bett: Eine schwere Decke, auch Gewichtsdecke genannt. Klingt banal? Wir haben uns genauer informiert:

Ruhe für unser Nervensystem

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Das Prinzip einer Gewichtsdecke ist recht einfach und kommt erst seit Kurzem auch im Haushalt zum Einsatz – bisher wurde sie eher im Rahmen klinischer Einrichtungen verwendet. Das Empfinden der Schwere soll das vegetative Nervensystem beruhigen und bei Schlafstörungen, Angststörungen, Stress, Panik oder auch bei Kindern mit psychischen Erkrankungen die Beschwerden lindern. Das Gewicht der Decke soll – ähnlich wie beim Einwickeln eines Babys in Tücher– Gefühle von Geborgenheit, Vertrauen und Sicherheit schenken. Überdies kann uns die Schwere der Decke auch an eine innige Umarmung durch einem vertrauen Menschen erinnern. Basierend ist dieser Effekt auf einer vermehrten Ausschüttung von Serotonin und Melatonin, die zusammen für Beruhigung sorgen. Gleichzeit wird im Optimalfall der Spiegel am Stresshormon Cortisol gesenkt, Ruhe und Entspannung können sich einstellen.

Gewichtsempfehlungen

Es empfiehlt sich für einen optimalen therapeutischen Effekt, eine Gewichtsdecke auszuwählen, welche ca. zwischen 5% bis 10% des eigenen Körpergewichts beträgt. Dabei muss die Decke nicht unbedingt über Nacht zum Einsatz kommen: Es reicht für gewöhnlich, wenn man sich die Decke vor dem Einschlafen oder auch untertags einige Minuten lang gönnt, um einen beruhigenden Effekt zu erzielen. In jedem Fall sollte vor dem Anwenden der Decke eine professionelle Beratung durch einen Arzt oder Therapeuten gesucht werden, um herauszufinden, ob eine Gewichtsdecke individuell geeignet ist.