Gesundheit

Wie wirkt sich Stress auf das Gehirn aus?

Stress wirkt sich auf das Gedächtnis aus. /Bild: Fotolia
Wie wirkt sich Stress auf das Gehirn aus?
Melanie Payerl

Regelmäßiger und andauernder Stress kann die körperliche sowie die geistige Gesundheit beeinträchtigen. Doch wie wirkt sich Stress auf das menschliche Gehirn aus? Oftmals lässt sich Stress kaum vermeiden, das ist auch nicht weiter schlimm, so lange dieser nicht zum täglichen Begleiter wird. Eine Studie der Harvard Medical School hat den Zusammenhang zwischen chronischem Stress und der Gehirnaktivität untersucht und ist zu folgendem Ergebnis gekommen:

Chronischer Stress und seine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit

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Regelmäßiger Stress, egal ob im Berufs- oder im Privatleben, kann den menschlichen Körper und Geist erheblich fordern. Chronischer Stress führt dazu, dass wir uns ständig müde fühlen und uns schlecht konzentrieren können. Außerdem kann chronischer Stress die Libido, den Appetit und den Schlafrhythmus aus dem Gleichgewicht bringen. Dauerhafter Stress in Kombination mit einer ungesunden Ernährungsform kann sogar Diabetes hervorrufen. Herzerkrankungen und Magen-Darm-Probleme sind in oftmals ebenfalls auf chronischen Stress zurückzuführen. Wer längere Zeit unter chronischem Stress leidet, sollte seiner Gesundheit zuliebe etwas dagegen unternehmen.

Stress beeinflusst Gedächtnis

Neuen Forschungen zufolge können hohe Konzentrationen von Stresshormonen die Funktion des menschlichen Gehirns beeinflussen. Forscher der Harvard Medical School in Boston haben herausgefunden, dass Stresshormone das Gedächtnis beeinflussen können. Die Studienteilnehmer mit einem Durchschnittsalter von etwa 49 Jahren mussten sich vorerst einer psychologischen Untersuchung unterziehen. Es wurde auch die Gedächtnis- und Denkfähigkeit der Teilnehmer untersucht. Außerdem gaben die Probanden eine Blutprobe ab, denn die Forscher waren daran interessiert, den Cortisolspiegel im Blut zu messen. Cortisol ist das sogenannte Stresshormon, welches unter Stress vom Körper freigesetzt wird. Die Teilnehmer der Studie wurden in drei Gruppen eingeteilt, wobei nach der Höhe des Cortisolspiegels klassifiziert wurde. Die Forscher konnten herausfinden, dass Menschen mit einem hohen Cortisolspiegel im Blut im Vergleich zu Gleichaltrigen mit normalem Cortisolspiegel ein wesentlich schlechteres Gedächtnis aufweisen. Die Ergebnisse konnten konstant gehalten werden, auch dann, als Faktoren wie Alter, Geschlecht, BMI und Rauchgewohnheiten berücksichtigt wurden. Der Studienleiter Dr. Echoufo-Tcheugui weiß, dass Cortisol viele Funktionen im menschlichen Körper beeinflussen kann. Stressabbau ist aus diesem Grund besonders wichtig. Nach MRT-Untersuchungen der Studienteilnehmer konnte zudem herausgefunden werden, dass Menschen mit einem erhöhten Cortisolspiegel ein tendenziell niedrigeres Gehirnvolumen aufweisen. Die Gruppe mit hohem Cortisolspiegel hatte im Durschnitt ein Gesamtgehirnvolumen von 88,5 Prozent. Im Gegensatz dazu hatten Teilnehmer mit normalen Cortisolspiegel ein Gesamtgehirnvolumen von 88,7 Prozent. Es gibt also tatsächlich einen Zusammenhang zwischen chronischen Stress und der Gesundheit.