Familie

Wissenschaft des Streitens: Diese Eigenschaft kann Beziehungen retten

Laut Wissenschaft gibt es eine Eigenschaft, die dabei hilft, richtig zu streiten und Beziehungen so nachhaltig stärken kann./ Bild: Fotolia
Wissenschaft des Streitens: Diese Eigenschaft kann Beziehungen retten
Paulin Klärner

Richtiges Streiten ist eine Kunst. Wie sich Paare während Konflikten verhalten hat demnach einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Qualität der Beziehung – dies bestätigt auch ein amerikanisches Forscherteam. Die gemeinsame Studie der Stanford University, University of California und Nordwestern University zeigt, dass die Fähigkeit, negative Emotionen während eines Konflikts mit dem Partner so gut es geht loszulassen, Beziehungen nachhaltig stärken und sogar retten kann. Für die Untersuchung wurden über 13 Jahre lang Daten von 40-50-jährigen heterosexuellen Ehepaaren gesammelt und analysiert.

Wer rational bleibt, streitet besser

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Die Forscher gehen davon aus, dass Menschen in Konfliktsituationen leicht in eine zum Selbstschutz aktivierte, negative Emotionsspirale rutschen, die sie davon abhält, rational zu denken und sich das Konfliktpotential nur noch verstärkt. Dies halte Paare davon ab, Probleme effektiv zu lösen und dem Partner empathisch zu begegnen. Wir aktivieren demnach beim Streiten Abwehr-Mechanismen, wollen unbedingt zeigen, dass wir recht und unsere Partner unrecht haben und anstatt Problemlösung steht folglich Krieg am Programm. Die Fähigkeit, in Konfliktsituationen mit dem Partner ruhig zu bleiben, die eigenen Traumata und negativen Erlebnisse der Vergangenheit nicht auf die momentane Situation zu projizieren, soll demnach DAS Geheimrezept für gutes Streiten sein.

Negative Emotionen regulieren

Die Forscher baten die ProbandInnen für 15 Minuten zu streiten und sich dabei filmen zu lassen. Danach sahen sich die Partner jeweils getrennt voneinander die Aufzeichnung an und mussten angeben, wie sie sich dabei fühlten und ob sie während dem Ansehen negative Gefühle verspürten. Das Ergebnis: Jene Partner (vor allem Frauen), die es schafften, negative Emotionen während eines Konflikts „herunterzuregulieren“ hatten auch im Allgemeinen eine glücklichere Ehe, als jene, die sich von negativen Gefühlen „triggern“ ließen. Die Wissenschaftler fanden im Zuge der Untersuchungen außerdem heraus, dass Paare, bei denen die Frauen diese Fähigkeit besaßen, besser miteinander kommunizierten und in Konfliktsituationen stets an konstruktiven Problemlösungen arbeiteten und gemeinsam nach Kompromissen suchten. Fazit: Wer es schafft, bei Konflikten möglichst ruhig zu bleiben und versucht, rational zu denken und sich nicht in negative Emotionen hineinzusteigern, tut damit der Beziehung (und sich selbst) auf Dauer etwas Gutes.