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Wissenschaft: Spermien-Qualität sinkt drastisch

Studien zufolge sinkt die Sperma-Qualität von Männern weltweit/ Bild: Fotolia
Wissenschaft: Spermien-Qualität sinkt drastisch
Paulin Klärner, BA

Schweizer ForscherInnen der Uni Genf machen mit ihrer neuen Studie „Semen quality of young men in Switzerland: a nationwide cross‐sectional population‐based study“ einmal mehr auf die drastisch sinkende Qualität von Sperma aufmerksam. Laut den Berechnungen der WissenschafterInnen lagen Werte wie die Konzentration und Beweglichkeit von Spermien bei 60 Prozent der Männer unter den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestimmten Normwerten. Während der letzten 4 Jahre hat sich die Spermienkonzentration außerdem von 99 Millionen auf 47 Millionen pro Milliliter fast halbiert. Und auch die Hodenkrebsfälle haben in der Schweiz laut Statistik in den letzten Jahren zugenommen.

Die Qualität des Schweizer Spermas sinkt

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Die Studie, die im Fachmagazin „Andrology“ veröffentlicht wurde, nahm die Spermen von Schweizer Männern genau unter die Lupe. Hierbei zeigte sich, dass jeder 6. weniger als 15 Millionen Millimeter Ejakulat produzierte und ganze 40 Prozent der Probanden zu wenig „normal geformte“ Spermien aufwiesen.

Nicht nur in der Schweiz Rückgang der Qualität

ForscherInnen der Hebrew University in Jerusalem haben für ihre Metastudie Temporal trends in sperm count: a systematic review and meta-regression analysis“ außerdem die Spermienqualität von 42.935 Samenspendern zwischen 1973 und 2011 analysiert, um die Langzeitentwicklung zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass die durchschnittliche Spermienanzahl pro Ejakulation hierbei von 338 Millioinen auf 138 Millionen gesunken ist. Studienleiter Hagai Levine wertet die Ergebnisse als „dringenden Weckruf“ und fügt hinzu: „Weniger Spermien gehen einher mit mehr Krankheiten und frühem Tod (…) Dieser Zusammenhang ist wissenschaftlich belegt“.

Die Ursachen:

Laut ForscherInnen seien übermäßiger Alkohol-Konsum, Übergewicht, Rauchen, Pestizid-Belastung bzw. giftige Chemikalien (z.B. in Weichmachern in Plastik) die Übeltäter. Phthalate (eine Chemikalienart, die dazu verwendet wird, Kunststoff einerseits härter, andererseits biegsamer zu machen) bilden beispielsweise Östrogen, werden von den männlichen Körpern aufgenommen und wirken sich auf deren Hormon-Haushalt aus.