Wochenbettdepression: Wenn Muttersein unglücklich macht

Die postportale Depression betrifft zwischen 30 und 75 aller Frauen - Grund genug, um darüber zu sprechen ! /Bild: Fotolia
Wochenbettdepression: Wenn Muttersein unglücklich macht
Trixi Kouba

Nicht für jede Mutter ist die Zeit nach der Geburt ihres Kindes reines Glück. Angst, Nervosität, hohe Reizbarkeit und starke Niedergeschlagenheit betreffen zwischen 30 und 75 Prozent aller Frauen. Dauert eine Depression nach der Geburt länger an, spricht man von postpartaler Depression oder Wochenbettdepression. Für frischgebackene Mütter ist das eine sehr schwierige Zeit. Sie brauchen nach der Geburt viel Zuwendung und Sicherheit. Anstatt Vorwürfe ernst zu nehmen, man solle sich „zusammenreißen“, ist es vielleicht tröstlich zu wissen, dass es sich um keinen Einzelfall handelt. Laut dem Österreichischen Frauenbericht des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2010 sind zwischen acht und zehn Prozent aller Frauen von einer postpartalen Depression betroffen.

Der Baby-Blues

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Es handelt sich hier um eine Depression, die in den ersten vier Wochen nach der Entbindung auftritt. Sie zeigt sich anhand von Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen, Müdigkeit, Schuldgefühlen, Konzentrationsproblemen, Appetitverlust und Verlust von Interessen. Die Wochenbettdepression unterscheidet sich vom sogenannten „Baby Blues“. Er tritt bei rund 75 Prozent aller Mütter auf und verschwindet nach einigen Stunden oder Tagen nach der Geburt wieder. Diese kurze und verwirrende Phase ist von grundlosem Weinen, Angstgefühlen und Ungeduld geprägt und durch die hormonelle Veränderung ausgelöst.

Alleinerziehende Mütter gefährdet

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Eine Schwangerschaft und Geburt ist für jede Frau eine sehr intensive Zeit. Frauen benötigen viel Liebe und Unterstützung. Kommt es während oder vor der Schwangerschaft zu depressiven Phasen, Problemen mit dem Partner, finanziellen Schwierigkeiten, traumatische Erlebnisse oder keiner Zuwendung aus der Umgebung, erhöht sich das Risiko für eine Wochenbettdepression. Vor allem alleinerziehende Mütter und Frauen, die zu psychischen Krankheiten neigen, haben ein erhöhtes Risiko. Aber auch für ein funktionierendes Paar kann eine veränderte Familienkonstellation Probleme bereiten. Versteifen sich Mütter darauf, alles perfekt machen zu müssen, können die Symptome noch schlimmer werden.

Unterstützung & Behandlung

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Ein starkes Netzwerk aus Familie und Freunden kann dabei helfen, die Depression frühzeitig zu erkennen und die Mutter zu unterstützen. Früh Hilfe zu bekommen ist wichtig aber nicht einfach, da Mütter oft von Schuldgefühlen geplagt über ihre Symptome schweigen. Langfristig kann sich das Verhältnis vom Neugeborenen zur Mutter dadurch ändern. Es kann zu Störungen des Säuglings durch fehlende emotionale Bindung kommen. Um sich von der postpartalen Depression zu befreien, können Mütter je nach Schweregrad eine Psychotherapie und in manchen Fällen zusätzlich eine medikamentöse Behandlung in Anspruch nehmen.