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Zahnimplantate: Vor- und Nachteile

Ist das Implantat der Zahnersatz der Zukunft? /Bild: Fotolia
Zahnimplantate: Vor- und Nachteile
Paulin Klärner

Der menschliche Körper ist ein Wunder – wie er sich entwickelt, was er alles schafft, wie er Probleme und Hindernisse überwindet. Und trotzdem muss an dieser Stelle auch mal gesagt werden: Das Gebiss des Menschen hinkt in dieser wunderbaren Entwicklung ordentlich hinterher. Wer nicht durch göttliche Fügung, genauer gesagt gute Gene, tadellose Mundhygiene und eine ordentliche Portion Glück mit rundum gesunden Beißerchen gesegnet ist, hat im Laufe seines Lebens mit so einigen unschönen Zahnarztbesuchen zu kämpfen. Das Schlimmste was hierbei passieren kann, ist wohl, wenn ein Zahn nach meist langwierigen Erhaltungsversuchen dann am Ende doch raus muss. Und dann steht man da. Mit einer unschönen Lücke. Und es stellt sich die Frage: Was nun?

Implantate: Der Zahnersatz der Zukunft

Immer mehr Zahnärzte empfehlen aufgrund fortschrittlicher Techniken und den zahlreichen offensichtlichen Vorteilen bei Zahnverlust heutzutage Implantate. Schließlich gibt es keine optisch ansprechendere, gebiss-schonendere und langfristig sinnvollere Variante – das behaupten zumindest die Implantologen. Wir haben uns die Vor- und Nachteile eines Zahnimplantats genauer angesehen und zusammengefasst.

So funktioniert’s:

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Zahnimplantate funktionieren im Prinzip wie eine künstliche Zahnwurzel (aus Titan oder Keramik), die mit einem kleinen Eingriff fest in den Kieferknochen verschraubt wird. Während einer Einheilungsphase von einigen Monaten verbindet sich das Implantat mit dem Knochengewebe und wird so zu einem fixen Teil des Kiefers. Im Unterkiefer dauert das etwa 3 Monate, im Oberkiefer bis zu 6 Monate. Generell unterscheidet man zwischen herkömmlichen Implantaten und Mini-Implantaten. Letztere sind kürzer und werden oft zur Befestigung von Teil-Prothesen verwendet, während normalgroße Implantate üblicherweise eingesetzt werden, wenn ein einzelner Zahn ersetzt werden muss und Stabilität eine zentrale Rolle spielt.

Vorteile

Durch die Tatsache, dass die Implantat-Schraube fest im Kieferknochen eingebracht wird, werden die Nachbarzähne bei dieser Form des Zahnersatzes nicht in Mitleidenschaft gezogen. Vergleichsweise müssen diese bei einer Zahnbrücke zugeschliffen werden und als sogenannte „Pfeilerzähne“ herhalten, an denen die Brücke schlussendlich befestigt wird. Außerdem sind Zahnimplantate im Vergleich zu Brücken laut Studien viel länger haltbar, einfacher zu reinigen und können im Grunde wie echte Zähne belastet werden. Ein weiterer Vorteil: Durch die ständige „Belastung“ des Kiefers durch das Implantat (beim Kauen, Sprechen etc.) wird dem Kieferknochen vermittelt, dass sich hier ein Zahn befindet, wodurch dieser gestärkt wird und sich nicht, wie bei einer Zahnbrücke, mit der Zeit durch fehlende Belastung zurückbildet. Ein Beauty-Plus-Punkt für das Zahnimplantat ist die Tatsache, dass es einem echten Zahn zum Verwechseln ähnlich sieht.

Nachteile

Wenn nicht genug Eigenknochen für das Einsetzen eines Implantats vorhanden ist, muss ein Knochenaufbau (Sinuslift) mit Ersatzmaterial vorgenommen werden. Durch anhaltende unentdeckte Entzündungen im Knochen oder längere Zahnlosigkeit bildet sich der Knochen mit der Zeit zurück und bietet somit keine feste Grundlage, um das Implantat einzuschrauben. Um den Knochen wieder aufzubauen, wird in einem kleinen Eingriff künstlicher Knochen oder Eigenknochen eingesetzt und somit eine Basis für die Implantation geschaffen. Die Verknöcherung dauert dann etwa 4-6 Monate, erst dann kann das Implantat eingesetzt werden. Sollte ein Knochenaufbau nötig sein, kann es bis zum tatsächlichen Zahnersatz bis zu einem Jahr dauern. Das kommt daher, da nach der Einheilungsphase des Knochenersatzmaterials auch das Implantat noch einige Monate einheilen muss, bevor es mit einer Krone – dem letztendlich sichtbaren Zahn – belastet werden kann. In seltenen Fällen kann es nach einem Sinuslift im Oberkiefer zu einer Kieferhöhlenentzündung kommen, da bei dem Eingriff die hauchdünne und hochsensible Kieferhöhlenschleimhaut angehoben und das Ersatzmaterial darunter eingebracht wird. Hierbei kann es zu Verletzungen und Einwandern des Ersatzmaterials in die Kieferhöhle kommen.

Neben dem zeitlichen Aufwand – der natürlich vorübergehend mit einer Prothese überbrückt werden kann – gibt es auch einige Risiken, die im Rahmen der Implantation auftreten können. Dazu zählen unter anderem Nervenschäden, Verletzungen des umliegenden Gewebes, Blutungen und Wundheilungsstörungen. Auch eine Entzündung des Gebiets rund um das Implantat (Periimplantitis) ist möglich, sollte dieses nicht ausreichend gepflegt werden.

Teure Lückenfüller oder glückliche Langzeitbeziehung?

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Zu erwähnen sind auch die satten Kosten für Zahnimplantate, die sich, abhängig davon, wie viele und welche Zähne ersetzt werden müssen und vor allem, ob genug Eigenknochen für die Implantation vorhanden ist, etwa zwischen 1600 € – 3000 € abspielen. Ist das nötige Kleingeld vorhanden und wird das Implantat von einem erfahrenen Implantologen eingesetzt, sowie darauffolgend vom Besitzer gehegt und gepflegt (Rauchen ist hierbei übrigens ein absolutes No-Go!), sollte einer glücklichen Langzeitbeziehung im Normalfall nichts mehr im Wege stehen.