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Zahnpastabestandteil könnte gegen Malaria helfen

Wie dieser Zahnpasta-Bestandteil Malaria-Infektionen in zwei kritischen Stadien bekämpfen kann ! /Bild: Fotolia
Zahnpastabestandteil könnte gegen Malaria helfen
Trixi Kouba

Ein herkömmlicher Inhaltsstoff von Zahnpasta könnte gegen resistente Malaria-Stämme helfen.

Britische Forscher der Cambridge University bedienten sich Künstlicher Intelligenz (AI) und fanden heraus, dass Triclosan, ein herkömmlicher Bestandteil von Zahnpasta, großes Potential birgt: Er könnte Malaria-Infektionen in zwei kritischen Stadien bekämpfen: In der Leber und im Blut.

Fortschreitende Resistenz gegen Malaria-Medikamente

Mit einem Mückenstich gelangen Malariaparasiten in den menschlichen Körper. Dort wandern sie in die Leber, wo sie sich ausbreiten und reproduzieren. Anschließend bewegen sie sich in die roten Blutkörperchen, wo sie sich vermehren und von dort aus über den ganzen Körper verbreiten. Die Folgen sind Fieber und im schlimmsten Falle Tod. Jährlich stirbt rund eine halbe Million Menschen an Malaria. Die Mehrheit davon betrifft Kinder in den ärmsten Regionen Afrikas. Zwar ist die Erkrankung mithilfe von Medikamenten behandelbar, fortschreitende Resistenzen erhöhen allerdings das Risiko, dass das in Zukunft nicht mehr möglich sein wird. Neue medizinische Fortschritte sind deshalb laut Studienleiter Steve Oliver von der Cambridge University immer notwendiger. Er leitete die Studie zusammen mit seiner Kollegin Elizabeth Bisland.

Von der Zahnpasta zum Medikament

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Wissenschaftler wissen bereits seit einiger Zeit, dass Triclosan das Wachstum von Malariaparasiten im Blut stoppen kann, indem es die Tätigkeit eines Enzyms hemmt, das an der Produktion von Fettsäuren beteiligt ist. Als Zahnpastabestandteil verhindert es eine Ansammlung von Zahnbelag verursachenden Bakterien. Das britische Forscherteam fand nun heraus, dass Triclosan zudem ein gänzlich anderes Enzym eines Malariaparasiten namens DHFR stoppen kann. DHFR ist das Ziel des Antimalariawirkstoffes, gegen den Malariaparasiten vor allem in Afrika zunehmende Resistenzen aufbauen. „Die Entdeckung unseres Roboter-Kollegen, dass Triclosan effektiv gegen Malaria ist, bringt Hoffnung, dass wir möglicherweise damit ein neues Medikament entwickeln können“, so die Studienleiterin. Es sei sicher und könne die Malaraiaparasiten gleich an zwei Punkten ihres Lebenszyklus angreifen. Der Parasit hätte es demnach gänzlich schwer, eine Resistenz aufzubauen.

Roboter-Wissenschaftler „Eve“

AI
Der Roboter mit der künstlichen Intelligenz und dem Spitznamen Eve wurde entwickelt, um den Prozess zur Entdeckung neuer Medikamente zu automatisieren und zu beschleunigen. Er entwickelt und testet Annahmen, überprüft Beobachtungen, führt Experimente aus, interpretiert Ergebnisse, ändert Hypothesen und wiederholt diesen Prozess.