Familie

Zurück zur alten Figur: Rückbildungsgymnastik

Nach der Geburt sieht der Körper einer Frau ähnlich aus wie kurz vor der Geburt - klar, das Baby brauchte auch Platz ! /Bild: Fotolia
Zurück zur alten Figur: Rückbildungsgymnastik
Trixi Kouba

Nach der Geburt ist der Körper der frischgebackenen Mutter dem kurz vor der Geburt sehr ähnlich. Schließlich brauchte das Baby die letzten Monate viel Platz und Sicherheit. Der Körper dehnte sich mit dem Kind aus und schrumpft natürlich nicht gleich wieder nach der Geburt zusammen. Mütter sollten nach der Schwangerschaft zunächst ruhig die Zeit mit ihrem Neugeborenen genießen und sich schonen. Um wieder in Form zu kommen, braucht es Geduld und Kraft. Fühlt man sich wieder dazu bereit, kann mit leichter Rückbildungsgymnastik begonnen werden, um den Prozess zu unterstützen. Ziel ist es, jene Muskelgruppen wieder zurückzubilden, die durch die Schwangerschaft ausgedehnt wurden. Das bedeutet, ein Training des Beckenbodens und der Rücken- und Bauchmuskeln. Mithilfe von Rückbildungsgymnastik kann Inkontinenz oder einer Gebärmuttersenkung vorgebeugt werden, mit der einige Frauen nach der Geburt zu kämpfen haben. Auch das Sexualleben profitiert von einem gestärkten Beckenboden!

Wann beginnen ?

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Die Gebärmutter beginnt sich direkt nach der Geburt wieder zurückzubilden. Prinzipiell muss jede Mutter auf ihren Körper hören und individuell entscheiden, ob sie schon wieder bereit für leichte Übungen ist. Während einige Frauen nach der Geburt noch Ruhe benötigen, können andere schnell loslegen. Grundsätzlich gilt: Nach rund zwei Monaten nach der Geburt können Frauen nach einer vaginalen Geburt mit der Rückbildungsgymnastik beginnen. Bei einem Kaiserschnitt kann ab der zwölften Woche nach der Geburt damit begonnen werden. Vor Start ist es trotzdem ratsam, sich das Okay seines Gynäkologen zu holen. Auch wenn ein Training vielleicht das letzte ist, was man sich als Mutter gerade wünscht, gibt es überzeugende Argumente dafür: Eine bessere Laune durch die Ausschüttung von Endorphinen während der Bewegung, Gewichtsverlust, Schmerzreduktion, mehr Energie und mehr Kraft – gerade letzteres wird bei einem Neugeborenen im Haus wohl doch öfter gebraucht werden. Mit Beckenbodenübungen kann so bald wie möglich begonnen werden. Das kann auch schon einige Tage nach der Geburt sein.

Wie beginnen ?

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Der Beckenboden kann simpel gestärkt werden. Dazu müssen die Muskeln des Beckenbodens ein paar Mal täglich für einige Sekunden angespannt und gehalten werden. Ein professionelles Training für die weiteren Schritte wird in vielen Kursen angeboten. Die Übungen verhelfen zu einer schnelleren Heilung und lassen Schwellungen abheilen. Leichte Bewegung hilft außerdem für Betroffene von Postpartaler Depression oder Schlafproblemen. Selbst wenn es sich in den ersten Wochen anfühlt, als würde nichts geschehen, ist das kein Grund zum Aufgeben, sondern ganz normal. Das Gefühl für diesen Bereich wird wiederkehren. Begonnen werden kann mit dreimaligem Training von je fünf Minuten. Fühlt man sich gestärkt, können immer fünf Minuten mehr in das Workout eingebaut werden.