Gesundheit

Zusammenhang zwischen zu viel Schlaf und Herzkreislauf-Erkrankungen entdeckt

Laut einer aktuellen Studie gibt es einen Zusammenhang zwischen zu viel Schlafbedürfnis und gesundheitlichen Problemen./ Bild: Fotolia
Zusammenhang zwischen zu viel Schlaf und Herzkreislauf-Erkrankungen entdeckt
Paulin Klärner

Zu wenig Schlaf ist schlecht für die körperliche und psychische Gesundheit – das bestätigen zahlreiche Studien und Experten. Unzureichende Ruhestunden wirken sich demnach negativ auf die Konzentrationsfähigkeit, die körperliche Fitness und die psychische Gesundheit aus und können auf Dauer zu zahlreichen verschiedenen (psychischen und physischen) Erkrankungen führen. Dass aber auch zu viel Schlaf Risiken birgt, ist neu. Im Rahmen einer globalen Studie, die vergangene Woche im The European Heart Journal veröffentlich wurde, konnten Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen zu viel Schlaf und einem höheren Risiko an Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken und frühzeitig zu sterben entdecken.

Zu viel Schlaf = höheres Sterberisiko?

Für die Studie wurde das Schlafverhalten von 116.632 Menschen zwischen 30 und 70 Jahren aus 21 Ländern untersucht. Das Ergebnis: Jene Personen, die länger als das empfohlene 8 Stunden-Limit am Tag bzw. in der Nacht schliefen, hatten ein 41% höheres Risiko, an Herzinfarkten und anderen Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken und frühzeitig zu sterben. Das Forscher-Team um Dr. Chuangshi Wang des Peking Union Medical College in China erklärt außerdem, dass sich auch „Daytime-Napper“, also Menschen, die regelmäßig tagsüber schlafen, in der Risikogruppe befinden.

Bedürfnis nach (zu) viel Schlaf kann mit Erkrankungen zusammenhängen

Die Forscher betonen jedoch, dass die Tatsache, dass Menschen länger als nötig schlafen oft mit bereits bestehenden Erkrankungen, die zu mehr Erschöpfung und Ruhe-Bedürfnis führen, zusammenhängt. Demnach soll zu viel Schlaf an sich nicht die Ursache für die erhöhten gesundheitlichen Risiken sein. Wer also überdurchschnittlich viel schläft und ständig das Gefühl hat, unausgeruht und müde zu sein, sollte sich folglich mit den möglichen Gründen für dieses Ungleichgewicht auseinandersetzen.

Wang fügt in der Zusammenfassung der Studie außerdem hinzu, dass die Untersuchung einigen Limitationen unterlag – unter anderem der Tatsache, dass die Betroffenen ihre Schlaf-Dauer vom Zubettgehen bis zum Aufstehen notieren mussten, wodurch Faktoren wie unruhiger Schlaf und Schlaflosigkeit nicht miteinbezogen wurden.