Partnerschaft

Zwischen sexuell & asexuell: Was bedeutet Demisexualität ?

Der Begriff Asexualität ist vielen Menschen bereits bekannt - doch was bedeutet es, demisexuell zu sein ? /Bild: Fotolia
Zwischen sexuell & asexuell: Was bedeutet Demisexualität ?
Catharina Kaiser

Sexuelle Neigungen sind so vielseitig und facettenreich wie das Leben selbst und dennoch sehen sich einige Menschen noch immer mit einer gewissen Skepsis konfrontiert. Denn während ein reges Sexualleben inzwischen zum guten Ton gehört und ein absolut salonfähiges Gesprächsthema ist, haben es Menschen mit Asexualität oder Demisexualität weit schwerer. Ihnen wird nicht selten eine Art „Unwissenheit“ nachgesagt, oder schlichtweg blankes Unverständnis entgegengebracht. Eine Reaktion die keinesfalls hilfreich ist, und in den meisten Fällen aus mangelndem Wissen um diese sexuellen Neigungen entsteht. Denn obwohl die Bedeutung von Asexualität bereits vielen Menschen geläufig ist, haben ebenso viele keine Ahnung was Demisexualität überhaupt bedeuten soll. Hier eine kleine Aufklärung:

Zwischen sexuell und asexuell

Noch ist unklar, wie viele Menschen eine demisexuelle Neigung haben, doch laut Statistiken liegt Demisexualität noch unter Asexualität, welche selbst nur 1 % der Bevölkerung ausmacht. Es ist daher relativ klar, dass nur ein sehr geringer Teil der Menschheit eine solche sexuelle Einstellung aufweist. Als tatsächlicher Begriff tauchte Demisexualität übrigens erstmals im Jahr 2008 auf. Nachdem das Asexual Visibility and Education Network über diese Thematik berichtete, schienen sich immer mehr Menschen mit dieser Neigung zu identifizieren und ihre sexuelle Orientierung zu verstehen. Denn bis dahin nahmen sich viele demisexuelle Menschen im Hinblick auf ihre Partnerwahl simpel als äußerst wählerisch wahr. Dass sich dahinter eine tatsächliche Neigung verbergen würde, schienen nur die wenigsten zu vermuten.

Was bedeutet Demisexualität ?

Doch was genau bedeutet es nun „demisexuell“ zu sein? Im Gegensatz zu asexuellen Menschen, die keinerlei sexuelles Verlangen verspüren, erleben demisexuelle Menschen durchaus sexuelle Erregtheit, wenn auch nicht unmittelbar. Sich auf einen neuen Partner oder auf einen One-Night-Stand einzulassen, ist bei ihnen daher nicht wirklich ein Thema. Was aber nicht bedeutet, dass sie nicht mit ihren Partnern schlafen, oder sich nicht körperlich zu ihnen hingezogen fühlen. Bei Demisexualität braucht es schlichtweg etwas Zeit, bis es soweit ist. Grund dafür ist, dass die körperliche Anziehung bei demisexuelle Menschen vor allem durch eine starke emotionale Bindung entsteht und nicht durch die äußerliche Erscheinung eines Menschen entfacht wird. Erst wenn sie eine romantische Liebesbeziehung führen und den Partner kennengelernt haben, kommt es zum nächsten Schritt. In Hinblick auf die sexuelle Anziehungskraft stehen bei der Demisexualität eher die sekundären Merkmale im Vordergrund, welche erst nach dem Kennenlernen erkannt werden können. Darunter fallen beispielsweise der Charakter oder der Humor. Unter  einer primären sexuellen Anziehung versteht man hingegen Merkmale, die sofort erkannt werden können wie Aussehen, Stimme oder Geruch. Besonders wichtig um Demisexualität besser verstehen zu können ist zudem der Fakt, dass es keine aktive  Entsendung oder eine „selbstgewählte Einstellung ist“, wie es etwa bei Menschen der Fall ist, die einfach mit dem Sex warten wollen. Es geht ihnen nicht darum sich für einen bestimmten Menschen, oder bis zu einem speziellen Zeitpunkt, Stichwort Hochzeit, aufzusparen. Viel mehr ist Demisexualität als ein Gefühlszustand zu begreifen, der sich irgendwo zwischen aktiver Sexualität und Asexualität versteht.